Braukunst als Aufhänger

Wetter / 08.10.2015 • 18:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Unser Markt ist ein guter Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam den Herbst zu begrüßen“: Carolin Frei.  Foto: VN/Paulitsch
„Unser Markt ist ein guter Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam den Herbst zu begrüßen“: Carolin Frei. Foto: VN/Paulitsch

Traditionen wollen gepflegt werden. Davon ist man auch in Rankweil überzeugt.

Rankweil. (VN-tw) Getreu diesem Motto wird morgen, Samstag, ab 10 Uhr zum großen Herbstmarkt auf den Marktplatz geladen. Die Durchführung des bunten Markttreibens hat in der Tat eine lange Geschichte. Ein Blick zurück: Die Marktgemeinde Rankweil erhielt 1618, also vor beinahe 400 Jahren, das Marktrecht zugesprochen. Zu Beginn ging es um die Abhaltung von Viehmärkten mit Bauern aus der Umgebung. Bewilligt wurden der Kommune damals drei Viehmärkte, der letzte von ihnen ging alljährlich im Oktober über die Bühne.

Barbier auf der Bahnhofstraße

Erst Jahre später kam auch die Genehmigung für den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte hinzu. Das Markttreiben fand schon damals in der Bahnhofstraße statt. Dank geschichtlicher Überlieferungen ist bekannt, dass zur damaligen Zeit quer über die Straße eine Art mobile Schnapsbrennerei stand. Und auf dem Gehsteig rasierte und frisierte ein Coiffeur zum halben Preis. Halbpreis hatte damals freilich eine andere Bedeutung: an einem Tag die eine Hälfte der Haarpracht und am nächsten Tag die andere.

In Erinnerung ans Marktrecht

Bei einem Schuhhändler konnten alte Schuhe gleich kiloweise abgegeben werden, quasi als Belohnung wurde Besuchern ein Warengutschein überreicht. In Erinnerung an die Verleihung des Marktrechts wurde die Durchführung des Herbstmarktes vor 35 Jahren aus der Taufe gehoben. Seither ist der Markt fixer Programmpunkt und gilt als Publikumsmagnet.

Bis zu 5000 Marktfreunde

Immerhin bevölkern bis zu 5000 Marktfans die rund 18 Stände am Marktplatz, welche von Wirts- und Geschäftsleuten sowie Vertretern von Vereinen betrieben werden. „Die Bedeutung von Märkten mag sich geändert haben, gleich geblieben ist jedoch die Faszination, die von bunten Marktständen mit handwerklichen Produkten, gutbürgerlichen Gaumenfreuden und ausgelassener Stimmung ausgeht“, sagt Carolin Frei, die als Geschäftsführerin von Erlebnis Rankweil das Gemeindemarketing betreibt.

Die Veranstaltung unter freiem Himmel stellt für sie „einen guten Anlass dar, gemeinsam den Herbst zu begrüßen, am besten in Dirndl und Lederhose“, lächelt die HTL-Absolventin, die vor fünf Jahren den Job übernommen hat. Diesmal steht der Markt im Zeichen der Braukunst: Vorarlberger Brauereien präsentieren sich und ihre Geschichte. Auch das Handwerk spielt eine gewichtige Rolle. Man habe sich bewusst für handwerkliche Anbieter entschieden, um die Tradition des Marktes unterstreichen zu können. Das Gemeindemarketing bündelt die Interessen der Kaufmannschaft Rankweil-Vorderland mit René Nick sowie der Wirtegemeinschaft mit Elmar Herburger und des Tourismusvereins mit Martin Salzmann an der Spitze und vertritt die Organisationen nach außen.

Begeisterte Golferin

Einmal im Monat treffen sich Vertreter der drei Organisationen im Marketingbeirat, bringen Ideen ein und diskutieren geplante Projekte, erzählt die gebürtige Harderin, die in Lauterach lebt und gerne am Golfplatz Rankweil den Schläger schwingt. „Ich nehme diese Vorschläge auf und bringe offene Punkte zur Abstimmung.“ So ist ihre Abteilung beim Herbstmarkt „nur“ für die Vermarktung zuständig. Planung, Organisation und Durchführung erfolgen durch die Kaufmannschaft selbst.

Wir haben uns ganz bewusst fürs Handwerk entschieden.

Carolin Frei

Zur Person

Carolin Frei

übernahm vor fünf Jahren die Geschäftsführung bei Erlebnis Rankweil Gemeindemarketing.

Geboren: 21. Oktober 1965

Ausbildung: HTL Dornbirn, Fach­akademie für Marketing und Management

Familienstand: Partnerschaft

Hobbys: Städtereisen, Golf und Architektur