Der Mann im Hintergrund

22.07.2016 • 16:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Egon Pfifer und sein Team treffen viele Vorkehrungen, um die Sicherheit im Stadion zu gewährleisten. Foto: rosenberger
Egon Pfifer und sein Team treffen viele Vorkehrungen, um die Sicherheit im Stadion zu gewährleisten. Foto: rosenberger

Für Egon Pfifer und seine Kollegen hat die Sicherheit im Stadion oberste Priorität.

altach. (VN-er) „Das Wichtigste ist, dass eine Familie mit Kindern ein Fußballspiel besuchen kann, ohne Bedenken haben zu müssen. Das ist das oberste Gebot“, erzählt Egon Pfifer bezüglich seiner Aufgabe als Sicherheitsbeauftragter des SCR Altach. Der 61-jährige Satteinser kümmert sich mit seinem Team, bestehend aus Gerhard Salcher, Bruno Effinger, Helmut Thaler, Rudi Schwetzer und Johann Seewald, um die Vorkehrungen bei den Heimspielen. Hier gilt es, die Vorgaben der Bundesliga, der Bezirkshauptmannschaft und der Gemeinde unter einen Hut zu bringen.

Töchter als Motivation

Seit knapp fünf Jahren liegt die Sicherheit der Rheindörfler in seinen Händen. Zu dieser Aufgabe kam er ganz zufällig, hatte er selbst doch eigentlich nie mit Fußball zu tun. Sein Interesse daran wurde durch seine Töchter geweckt. Als er eines Tages darauf angesprochen wurde, ob er sich nicht im Verein engagieren möchte, sagte er ohne lange zu zögern zu. In seiner Freizeit drückt er zwar auch Borussia Dortmund die Daumen, ansonsten schlägt sein Herz aber rein für die Alt­acher.

Trotz seiner Arbeit  als Versicherungsagent und Vermögensberater investiert Pfifer viel Zeit in seine Aufgabe. Für die Vorbereitung der Heimspiele werden oft bis zu sechs Stunden Arbeitszeit benötigt. Zu beachten ist, dass das gesamte Sicherheitsteam des SCR Altach ehrenamtlich arbeitet. Dieser Umstand ist einmalig in der Bundesliga.

Sinnlose Diskussionen

Für Pfifer sind es oft die negativen Vorkommnisse, die in Erinnerung bleiben. „Das sind immer Dinge, die einen persönlich berühren.“ Ausschreitungen, bei denen die Polizei mit Pfefferspray eingreifen muss, schockieren ihn immer noch sehr.

Für ihn liegt eines der Hauptprobleme darin, dass für viele Zuschauer die Sinnhaftigkeit vieler Vorkehrungen nicht nachvollziehbar ist. Der Streitpunkt liege darin, dass sich manche Zuschauer durch Regeln persönlich angegriffen fühlen. Dass diese oft nichts mit der jeweiligen Person zu tun hätten, sei vielen nicht bewusst. „Unser größter Wunsch ist es, dass die Fans den Anweisungen des Personals Folge leisten. Damit wäre uns sehr geholfen. Diskussionen mit Ordnern hindern das Personal nur bei der Verrichtung ihrer ehrenamtlichen Arbeit“, ärgert sich Pfifer über Konflikte zwischen Fans und Sicherheitsleuten.

Bereit für den Saisonstart

Mit dem heutigen Start der Bundesliga-Saison 2016/17 sind die Vorbereitungen vorerst abgeschlossen. So gab es für Egon Pfifer und sein Team auch einige neue Vorgaben zu beachten. Natürlich blickt Pfifer auch als Fan auf die kommende Spielzeit. „Eine gute Platzierung für Altach liegt zwischen Rang vier und sieben. Wenn wir wieder einmal die Möglichkeit hätten, in der Europa League zu spielen, wäre das für den Verein sensationell.“

Das sind immer Dinge, die einen persönlich berühren.

Egon Pfifer

Zur Person

Egon Pfifer

ist ehrenamtlicher Sicherheitsbeauftragter des SCR Altach.

Geboren: 13. Dezember 1954

Ausbildung: Handelsschule Feldkirch

Wohnort: Satteins

Familie: verheiratet, zwei Töchter