Bei der Musik

Wetter / 14.07.2019 • 18:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Günter Aberer steht dem Team HTP Motorsport in der GT-Masters-Serie vor. Noger
Günter Aberer steht dem Team HTP Motorsport in der GT-Masters-Serie vor. Noger

Günter Aberer hat sich seit 30 Jahren dem Motorrennsport verschrieben.

Schwarzach Sozusagen von der Pike auf hat Günter Aberer den Motorsport erlernt. Nach inzwischen mehr als 30 Jahren ist der gebürtige Hohenemser mit Wohnsitz Köln zu erstaunlichen Höhen aufgestiegen. Autoslaloms in Voralberg, Rallye-Teilnahmen und später Auftritte auf der Rundstrecke. Es ging zügig voran, in der Rennequipe von Walter Lechner mit dem Formel Ford Mitte der 80er-Jahre fuhr er aufs Podest und zum Cupsieg.

Es war nicht sein Stil, irgendwo stehen zu bleiben. Aberer wollte weiter, so schnell wie möglich. In die Formel 3, in Österreich und Deutschland. Zu gewinnen gab es  mit den verfügbaren Mitteln da zwar nichts, ehrenhafte Leistungen zeigte er hingegen schon. Als der mittlerweile 57-Jährige sah, wie Michael Schumacher zu der Zeit im F3 durch den Regen am Salzburgring pflügte, überdachte er seine Rennfahrerkarriere kurz einmal: „Ich konnte beim besten Willen nicht annehmen, jemals einen Rennwagen so zu beherrschen wie der Schumi.“ Sagte es und stieg an Ort und Stelle aus dem Cockpit. Nicht ganz, eine Saison gab es noch im legendären Treser-Rennwagen, der unter der Ägide des Unternehmens Hydroaluminum Nenzing in Berlin von einem wirklichen Fetischisten, Walter Treser, gebaut wurde. Aberer war, wie immer im Rennsport, bei der Musik, fuhr die Saison 1988 zu Ende und sattelte um.

Erste Startreihe

Das Aberer Racing Team, das dann folgte, war auch nicht ohne. Trotz Sparbudget. Nach nur ein paar Jahren Aufbauzeit zeigten sich Erfolge, die gipfelten tatsächlich 1994 auf dem Salzburgring mit zwei Aberer-Formel-3-Boliden in der ersten Startreihe. In einem der Autos saß Osmunde Dolischka, die außer Skifahren augenscheinlich noch mehr konnte. Die ehemalige ÖSV-Kaderläuferin aus Hohenems war laut Aberer „sauschnell und clever im Rennwagen“.

Den Vortritt lassen

Was dann folgte, war schon die große Bühne des Motorsports. An der Seite von Bernd Schneider, der für Deutschland sogar in der Formel 1 aktiv war, trug er zu unzähligen Rennsiegen und Titeln bei. Zum Beispiel in der deutschen Tourenwagenserie (DTM) zwischen 1995 und 2006. Erfolge öffnen Türen. Für Aberer kam der Einstieg ins deutsche HTP-Team von Norbert Brückner. Und das ist eine gute Adresse. Hautnah gestaltete sich die Zusammenarbeit mit AMG Mercedes. So gewannen die HTP AMG-Mercedes-GT3-Boliden Vieles und Großes. Der Gewinn der Teamwertung des ADAC GT Masters 2018 und der Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Spa wären da zu nennen. Aktuell fährt einer mit einem großen Namen für Aberer. Fabian Vettel (20), Bruder von Ex-Weltmeister Sebastian, steuert im ADAC GT Masters einen 600 Pferdestarken Mercedes-AMG GT3 für das Team HTP Motorsport. Auch der zweite Platz bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring erregte Aufsehen. Im Ziel nur rekordverdächtige 2,3 Sekunden hinter dem Werks-Mercedes. „Manchmal im Leben muss man wichtigen Partnern auch den Vortritt lassen“ – auch typisch Günter Aberer. heb

Zur Person

Günter Aberer

Teamchef HTP
Geboren
5. Dezember 1961 Hohenems

Wohnort: Köln

Beruf Teammanager

Erfolge Gewinner Formel Ford Cup Österreich 1985
Sieg mit dem Team beim 24-Stunden-Rennen von Spa 2012

 Familienstand ledig

Hobbys der Arlberg, Skifahren, Reitpferde (eigener Stall)