Maroni, heiße Maroni

Wetter / 13.11.2019 • 18:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Maroniverkäufer Nebo ist für viele Dornbirner ein alter Bekannter.kum
Maroniverkäufer Nebo ist für viele Dornbirner ein alter Bekannter.kum

Nebo Stojkovic ist mit Leidenschaft Maroniverkäufer.

Dornbirn Heute muss sich Nebo Stojkovic (55) nicht die Stimme heiser schreien. Denn es ist ein grauer Novembertag. Es regnet nicht und es ist nicht außerordentlich kalt. „An solchen Tagen mache ich das beste Geschäft“, freut sich der Maroniverkäufer über den guten Maronitag. An Spitzentagen verkauft er bis zu 60 Kilo dieser Früchte, an durchschnittlichen Tagen 30 bis 40 Kilo. Ein Passant nach dem anderen macht Halt vor dem Maronistand im Zentrum von Dornbirn (beim Bekleidungsgeschäft Monari) und lässt sich von dem freundlichen Maroni-Verkäufer heiße Esskastanien aushändigen. Nebo ist für viele Dornbirner wie ein alter Bekannter. Denn er verkauft schon seit 1994 Maroni in der Marktstraße – alljährlich von Ende September bis Mitte Jänner.

Der gebürtige Serbe kam 1978, mit 14 Jahren, nach Österreich. Seine Eltern waren bereits 1969 als Gastarbeiter ins Land gekommen. Nebo arbeitete lange als Maschinenführer bei einer Firma in Höchst. Als man ihn dort nach 20 Jahren kündigte, stieg er ins Maroni­geschäft ein. „Ich übernahm den Job von meinem Vater. Er arbeitete 15 Jahre als Maroni-verkäufer.“ Sein Vater zeigte ihm, wie man Kastanien richtig röstet. „Er sagte mir, dass sie in 20 bis 25 Minuten durch sind.“ Am Anfang musste Nebo auf die Uhr schauen, inzwischen tut er das nicht mehr. „Mir sagt das Gefühl, wann sie fertig sind.“ Sein Vater riet ihm, so freundlich zu den Kunden zu sein, dass sie wiederkommen. Das fällt ihm nicht schwer, denn Nebo ist schon immer ein Menschenfreund gewesen. Es ist ja gerade der Kontakt zu den Kunden, der den Job für ihn so anziehend macht.

„Für mich ist es nicht Arbeit, sondern ein schönes Hobby.“ Freilich: Manchmal wird auch seine Leidenschaft fürs Maronibraten und -verkaufen auf den Prüfstand gestellt. Das ist dann der Fall, wenn es bitterkalt ist. „Der schlimmste Winter, den ich erlebt habe, war im Jahr 2007. Da sank das Thermometer auf minus 18 Grad.“ Solche Eiseskälte sei aber zum Glück eher die Ausnahme als die Regel. Denn: „In den letzten zehn Jahren sind die Winter milder geworden.“

Heute jedenfalls, an diesem schmuddeligen Novembertag, steht vielen der Sinn nach Kastanien. Nebo hat alle Hände voll zu tun. In einer ruhigen Minute genießt er selber einige Maroni. „Ich esse jeden Tag ein paar Stück. Sie sind gesund und schmecken gut.“ Sein Enkel David kaufe sie teuer in Italien ein. „Dann wissen wir, dass sie gut sind.“ „Niko‘s heiße Maroni“ stehe für gute Qualität. Und für einen Familienbetrieb. „Wir betreiben vier Maronistände.“ Wie Nebo hängt auch seine Familie mit Herzblut am Maronigeschäft. VN-kum

Zur Person

Nebo Stojkovic

arbeitet seit 1994 als Maroniverkäufer. Seiner Familie gehört die Firma „Niko‘s heiße Maroni“. Man kann sie für Feiern und Veranstaltungen buchen unter Tel. 0660/2561998. 

Geboren 24. Dezember 1964

Wohnort Dornbirn

Familie verheiratet, zwei Söhne

Hobbys Maroni braten