Goldenes Handwerk

Wetter / 12.12.2019 • 19:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Bregenzerwälder hat sich für den Beruf als Goldschmied entschieden. rüscher
Der Bregenzerwälder hat sich für den Beruf als Goldschmied entschieden. rüscher

Michael Rüscher (31) feilt professionell am begehrten Edelmetall.

dornbirn Wie kommt man als junger Bregenzerwälder auf die Idee, Goldschmied zu werden? Michael Rüscher aus Andelsbuch hatte diesen außergewöhnlichen Beruf eigentlich nicht von Beginn an anvisiert: „Mich hat Handwerk schon in der Kindheit fasziniert, ob als Tischler oder Ofenbauer. Ich kann mich an jede Baustelle bei uns daheim erinnern. Das erste Taschenmesser konnte ich kaum erwarten. Und damit die Frage, was man damit alles schnitzen, feilen und sägen könnte. Nicht immer zur Freude aller Beteiligten“, schmunzelt er. Irgendwann wurde ihm klar, dass er sich für einen Beruf entscheiden musste. Er sah sich verschiedene Handwerksbetriebe an. „Das ist sehr wichtig, weil man so wirklich ein Bild und Gespür vom Berufsleben bekommt“, erinnert sich der 31-Jährige und: „In der Goldschmiede von Pia Kühbacher in Dornbirn durfte ich damals auch selbst einen Ring machen. Als  Ergebnis meiner Arbeit hatte ich ein Schmuckstück in den Händen, das hat mich fasziniert. Ich durfte den Ring sogar behalten. Darauf war ich sehr stolz. Das ist auch heute noch so, wenn ein Stück besonders gut gelingt.“

Weggezogen

Die Entscheidung war gefallen. Doch da Rüscher als Goldschmied keine klassische Lehrstelle finden konnte, zog er mit 16 Jahren nach Pforzheim in Baden-Württemberg und besuchte dort die Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule. „Dadurch bekam ich ein fundiertes Wissen, was natürlich die Ausbildung für eine Werkstätte erleichtert. In der Schule konnten wir auch verschiedene Betriebe besichtigen, und mir wurde schnell klar, dass das Handwerk, wie ich es mir vorstellte, nicht die Regel, sondern die Ausnahme ist. Der  Goldschmied wiederholt immer den gleichen Arbeitsschritt. In der Innsbrucker Altstadt nahe dem Goldenen Dachl fand ich genau so einen Betrieb, wie ich mir das vorstellte. Pures Handwerk, und noch dazu mit dem Tiroler Christian Schröder einen Partner, mit dem ich diesen Betrieb jetzt gemeinsam führe.“

Doch als Bregenzerwälder ist es dem Andelsbucher wichtig, dass man diese Goldschmiede auch in Vorarlberg kennt. Deshalb gründete er kürzlich eine Dependance in Dornbirn. „Diese funktioniert genau so wie die Goldschmiede in Innsbruck, nur ist sie etwas kleiner. Die Werkbank ist zugleich Verkaufstheke und Handwerkerbar. Es ist ein richtiges Schmuckstück geworden, das wir mit dem Bregenzerwälder Architekten Julius Häusler und Handwerkern aus dem Bregenzerwald umsetzen konnten“, so der 31-Jährige. VN-GS

Zur Person

Michael Rüscher

freut sich an der Herstellung von Schmuckstücken mit ewigem Bestand und hat sich damit einen Traum verwirklicht

Geboren 1. Mai 1987

Ausbildung Goldschmiedemeister

Laufbahn Goldschmiede und Uhrmacherschule

Familie verliebt

Hobbies Zeichnen, Rennradfahren