Gelebte Energieeffizienz

Wetter / 15.12.2019 • 19:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gebhard Keckeis ist ein Pionier in Sachen Solarenergie. Keckeis
Gebhard Keckeis ist ein Pionier in Sachen Solarenergie. Keckeis

Gebhard Keckeis hat sich der Solarenergie verschrieben.

Bürs Seit mittlerweile 30 Jahren ist Gebhard Keckeis in Sachen Klimaschutz aktiv. Der Bürser hat sich dabei komplett der effizienten Nutzung der Solarenergie sowie der solarthermischen Bauteilaktivierung verschrieben.

Der Bürser ist ein absoluter Pionier auf seinem Gebiet und hat bereits zahlreiche Projekte in sämtlichen Bundesländern sowie im benachbarten Ausland realisiert. Dabei liegt dem Energieexperten insbesondere die stetige Weiterentwicklung sehr am Herzen. Dies führte dazu, dass der Oberländer großen Anteil am weltweit größten Gebäude, das sich mit Solarthermie selbstversorgt, hat. Es ist dies das Gewerbe-Pilotprojekt Metzler-Naturhautnah in Egg. Dieses wurde kürzlich mit einer Nominierung zum ÖGut Umweltpreis 2019 ausgezeichnet.

Mittels modernster Technologie kann der Produktionsbetrieb des Wälder Unternehmens rund ums Jahr ausschließlich mit selbst erzeugter Solarenergie betrieben werden. „Es wird sogar mehr Energie erzeugt, als zur Heizung, Lüftung und Warmwasseraufbereitung verbraucht wird“, führt Keckeis ins Treffen. Möglich mache dies die Synergie von Kollektor und Speicher, die zu einer erheblichen Verbesserung, nahezu verdoppelt, des Ertrags führt, so der Solarenergie- und Sonnenhaus-Spezialist. Doch damit nicht genug: „Kollektor und Speicher stammen aus der Region. Somit wird auch bei der Herstellung auf geringsten Energie- und Ressourcenverbrauch geachtet“, streicht Keckeis heraus.

Schwerer Start

Die Umweltproblematik ist für den Oberländer menschengemacht. „Dieser Weg kann so nicht fortgesetzt werden.“ Er habe dies schon vor 30 Jahren erkannt und sich aus diesem Grund bereits damals intensiv dem Klimaschutz und der Solarenergie gewidmet. In den Anfängen sei dies nicht immer leicht gewesen. „Es war schwer, Leute zu finden, die mir und meinen Ideen das Vertrauen geschenkt haben. Das gesellschaftliche Bewusstsein war damals nicht gegeben. Es galt, etwas zu tun, das nicht in war“, sah er sich regelmäßig mit Zweifeln an seiner Glaubwürdigkeit konfrontiert. Je mehr positive Beispiele er liefern konnte, desto mehr Beachtung wurde ihm und seinen Projekten geschenkt.

Gestartet wurde in den 80er Jahren mit einer Selbstbaugruppe zur Nutzung von Sonnenenergie. „Wir haben damals die Grundmaterialien bestellt und Kollektoren selbst hergestellt“, erinnert er sich zurück. Heute kann Keckeis, der seit 1998 selbstständig ist, auf eine Reihe an ausgezeichneten Projekten verweisen.

Sein ethisch und moralisch geprägtes Handeln führt Keckeis auf seine Kindheit zurück. „Wir waren die Nachhaltigkeit“, sagt er über sein Leben als Bergbauernjunge. „Sämtliche Tätigkeiten, ob bei der Holzarbeit oder auf der Wiese, wurden von Hand gemacht. Die Motorisierung kam erst später. Diese Verbindung zur Schöpfung fehlt heute vielfach“, sagt er.

Unbegrenzte Zukunft

Als Vision nennt Keckeis Ausbildungsplätze zum Thema Sonnen-
energie. „Dies wäre ein klares Bekenntnis der Politik zu diesem Thema, damit diese Thematik erlernt werden kann und sich weiterverbreitet.“ Derzeit sei es noch so, dass die Komplexität dieser Thematik nicht vermittelbar sein. „Es ist dies wie eine eigene Berufsgruppe zwischen Baumeister und Installateur“, so Keckeis.

Eines steht für den 61-Jährigen jedenfalls außer Frage: „Die Sonnenenergie ist das Thema der Menschheit und lebt nach mir weiter. Es ist dies der Blick in eine unbegrenzte Zukunft.“ VN-JS

Zur Person

Gebhard Keckeis

wurde jüngst für eines seiner Solarthermie-Projekte mit einer Nominierung zum ÖGut Umweltpreis 2019 ausgezeichnet.

Geboren 13. August 1958

Familie geschieden, drei Kinder

Wohnort Bürs

Beruflicher Werdegang Maschinenbau, Solararchitektur, Vakuumtechnik, Grenzwissenschaft

Hobbys Fachliteratur, Grenzwissenschaft, Forschung, Entwicklung und Energieoptimierung