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Wetter / 03.03.2020 • 21:13 Uhr
Maximilian Mehele hat sich ganz dem Laufsport verschrieben. adam
Maximilian Mehele hat sich ganz dem Laufsport verschrieben. adam

Maximilian Mehele lässt sich durch nichts ausbremsen.

Schwarzach Wenn man die Ergebnislisten diverser Vorarlberger Laufveranstaltungen durchstöbert, findet sich immer wieder der Name Maximilian Mehele (17) auf den Podestplätzen. Dabei hat der junge Höchster den Laufsport erst vor vier Jahren für sich entdeckt. Und die Geschichte, wie er zu „seinem“ Sport gefunden hat, ist eine recht kuriose. Weil ihm damals während der Weihnachtsferien zu langweilig gewesen sei, habe ihm sein Papa Markus vorgeschlagen, ihm eine Pizza zu zahlen, wenn er vom Haus hinunter bis zum Bodensee renne. Die Pizza nach dem Training gibt es zwar heute nicht mehr, beim Laufsport ist Maximilian trotzdem geblieben, da es ihm „ja Spaß macht“. Was denn das Besondere am Laufen sei? „Man braucht nicht wirklich viel, um den Sport ausüben zu können, es ist dementsprechend auch nicht wirklich ein teurer Sport. Wenn man will, kann man rausgehen und läuft einfach los.“ Auch wenn sein Papa sich ebenfalls für den Laufsport begeistert und bei vielen Wettkämpfen mit seinem Sohn am Start steht, trainieren können die beiden nicht gemeinsam. Schließlich ist sein Sohn wesentlich schneller und er sei 30 Jahre älter, meint der Vater lachend.

Mit Full Speed

Neben dem Laufsport absolviert Maximilian aufgrund von Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) eine unterstützte Lehre als Maler. Durch seine Krankheit sei er zwar in gewissen Belangen nicht ganz so schnell wie andere, beim Laufen dafür gibt er das Tempo vor. Aus diesem Grund hat ihm ein Trainer den Spitznamen „Turbomax“ verpasst. Mit diesem könne er ganz gut leben. Der Sport helfe ihm auch dabei, mit seiner Krankheit umzugehen. Insbesondere die Erfolge, die er im Sport feiern kann, seien ihm schon sehr wichtig, meint der 17-Jährige. Nicht nur im Berufsleben, sondern auch beim Sport kann sich Maximilian gewiss sein, auf Unterstützer zählen zu können. So erstellt Peter Härle, Obmann des Marathon Team Fußach, seine Trainingspläne, und einmal pro Woche trainiert Maximilian unter Irina Fischer-Baling am Olympiazentrum Vorarlberg. „Das hat mir auch sehr geholfen, mich zu verbessern“, meint Mehele dazu. Wenn täglich nach der Arbeit trainiert werde und am Wochenende meist Läufe anstehen, könne es natürlich stressig werden. „Aber das läuft zum Glück alles in Phasen ab, von März bis Juli ist immer viel los, im Sommer ist es dann wieder ruhiger.“ Denn natürlich gebe es Phasen, wo das Laufen nicht mehr wirklich nur ein Ausgleich sei, sondern trainiert werden müsse. „Da kann’s schon vorkommen, dass ich auch mal weniger motiviert bin“, meint der Nachwuchssportler.
Wenn nicht auf zwei Beinen, so ist er auch oft auf zwei Rädern unterwegs. „Das macht mir Spaß und ist für die Muskulatur zur Abwechslung auch ganz gut.“ Anfangs sei er noch mit dem alten Rad von seinem Opa bis nach Lech gefahren, mittlerweile habe er beim Equipment aber nachgerüstet. „Denn damals hat ihm jeder nur den Vogel gezeigt, denn mit dem alten Rad fährt man nicht mal über‘s Bödele “, erklärt sein Vater schmunzelnd. Eine Anekdote, die aber auch sinnbildlich für den Ehrgeiz steht, den Maximilian entwickelt, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat.

Marathon vor Augen

Noch läuft „Turbomax“ vor allem kürzere Strecken, doch der 17-Jährige hat bereits andere Ziele vor Augen. Ein Marathon würde ihn dementsprechend natürlich sehr reizen. Er habe sich im Training schon einmal daran probiert, noch sei ihm die Distanz zu groß. Aber der Marathonlauf ist definitiv das Ziel. „Ich werde mich Schritt für Schritt steigern, in den nächsten Jahren sollte es dann soweit sein.“ Bis dahin gibt es ja noch genügend Siege auf Kurzdistanzen zu holen. FB

Zur Person

Maximilian Mehele

Der Laufsport hilft ihm, mit seiner Krankheit umzugehen

Geboren 8. August 2002
Ausbildung Malerlehre
Familie Zwei Geschwister
Wohnort Höchst
Erfolge VLV-Crossmeister U-18 2018 & 2019; Sieger 50. Lustenauer Crosslaufserie (M-19), Platz 3 bei den Berglauf-Staatsmeisterschaften 2019