Gute Aussicht für Licht

Wissen / 20.06.2014 • 15:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nachdem die umstrittene Energiesparlampe ausgedient hat, wird jetzt die LED-Technologie vorangetrieben.  FOTO: LEDON  
Nachdem die umstrittene Energiesparlampe ausgedient hat, wird jetzt die LED-Technologie vorangetrieben. FOTO: LEDON  

Energiesparlampe hat trotz schmutziger Allianzen der EU mit Lobbyisten ausgedient.

schwarzach. Der Beleuchtungsmarkt wandelt sich mit hohem Tempo. Vertraute Lichtquellen, wie die gute alte Glühbirne und die Energiesparlampen, werden durch saubere, effizientere Alternativen ersetzt. Die Technologie der LED (Light Emitting Diode) wird in Forschung und Anwendung vorangetrieben. Zum Wohl der Endverbraucher, die endlich Lichtquellen ohne Gesundheitsgefährdung, vor allem durch Quecksilber, zur Verfügung haben. Viel zu lange wurden sie beschwindelt.

Der Dokumentarfilm „Bulb Fiction“ hat das Verbot der Glühlampe zum Anlass genommen, um Macht und Machenschaften der Industrie, sowie den Widerstand gegen die EU-Richtlinie zur Regulierung von Lichtprodukten in privaten Haushalten zu porträtieren.

Es geht um die Macht der Industrie und ihrer Lobbys, die Verstrickung der Politik in diese Strukturen, um Profit und Scheinheiligkeit, um bewusste Fehlinformation. Es geht aber auch um die prinzipielle Frage, ob die Qualität des visuellen Umfelds, und somit der Lebensqualität, anderen Belangen ohne weiteres unterzuordnen ist. Die Güte des umgebenden Lichts stellt einen nicht zu unterschätzenden Wert dar, den man nicht am Altar eines reinen Umweltgewissens unüberlegt opfern sollte. 20.000 Lobbyisten der Lichtindustrie schreiben in der EU-Kommission die Regeln vor. Speerspitzen sind Konzerne wie Osram, Philips und Siemens. Doch auch sie schwören sich inzwischen auf LED ein.

Vorarlberg mischt kräftig mit

Die LED-Technologie bietet ein kontinuierliches Spektrum, das alle sichtbaren Farben abdeckt sowie eine augenblickliche Lichtleistung. In ihr liegt zweifellos die Zukunft der Beleuchtung. Wie diese Technologie noch weiter verbessert werden kann, damit haben sich David Schmidmayr, Johann Zehetner und Johannes Edlinger vom Forschungszentrum Mikrotechnik an der FH Vorarlberg auseinandergesetzt. Sie untersuchten die Einsatzfähigkeit von Farbumwandlungsmaterialien in Weißlicht-LEDs.

Die Arbeit der Forscher hat gezeigt, dass das Material, in das die Fluoreszenz eingebettet wird, wesentlich die Lebensdauer beeinflusst und deshalb für die Produktentwicklung eine Herausforderung darstellt. Ihre Messungen dokumentieren eine verbesserte Effizienz bei hohem Farbwiedergabewert. Auf dieser Basis lassen sich Produkte mit maßgeschneiderten Spektren für eine Vielzahl spezieller Einsatzzwecke herstellen. Das in Lustenau angesiedelte Unternehmen Ledon spürt seit drei Jahren einen deutlichen Aufschwung bei LED-Lampen mit weißem Licht. „Die Leute mussten sich erst darauf einstellen“, sagt Erik Nielsen. „Diese Lampen leuchten bei 2,7 Stunden pro Tag 25 Jahre lang. Insgesamt verbrauchen sie 85 Prozent weniger Strom als Energiesparlampen.“

Der Erfolg in Vorarlberg basiere vor allem auf Kooperationen mit den VKW und dem VN-Klimaschutzpreis. Während sich die Dornbirner Zumtobel-Tochter Tridonic auf großflächige Anwendungen konzentriert, ist für Ledon der Haushaltsverbraucher die Zielgruppe.

Leuchtende Wände

Die Innovationslust ist europaweit ungebremst: Organische Leuchtdioden (OLED) kommen auf den Markt. Was dies bedeutet: Leuchtende Wände, Decken und Glasscheiben tauchen Räume in sanftes Licht, strahlen in allen Farben, werden zu riesigen Bildschirmen.

Die flächigen Lichtquellen, die aus einer dünnen Leuchtschicht bestehen, können auf beliebige Oberflächen aufgebracht werden, so auf Glas und sogar auf biegsame Stoffe. Unbegrenzte Anwendungen sind denkbar: Leuchttapeten für das Wohnzimmer, ein beschichtetes Fenster, das tagsüber Sonnenlicht einfallen lässt und nachts den Raum beleuchtet. OLEDs lassen sich auch als Bildschirme nutzen und werden schon für Handy-Displays verwendet

www.fhv.at/forschung/mikrotechnik