Bussi, Baby: Heute ist internationaler Tag des Kusses

06.07.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
 Küssen gehört dazu – für Liebende, aber auch für Freunde und Bekannte. Reuters
Küssen gehört dazu – für Liebende, aber auch für Freunde und Bekannte. Reuters

Heute, am 6. Juli, ist internationaler Tag des Kusses. Alles, was Sie darüber wissen müssen.

Schwarzach Den von Mary Jane Watson und Spiderman im gleichnamigen Film kennt wohl jeder, der zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew im Jahr 1979 ging in die Geschichte ein und der scheidende Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker ist für seine bekannt; die Rede ist vom Kuss. Heute, am 6. Juli, wird der internationale Tag des Kusses begangen. Dieser soll verhindern, dass die Menschen das simple Vergnügen vergessen, das dem Küssen innewohnt. Ob politischer Bruderkuss, erotischer Liebeskuss oder verräterischer Judaskuss – was sie über das Küssen wissen sollten:

Längst sind auch die Wissenschaftler dem Phänomen des Kusses auf der Spur. Fest steht, dass das Küssen gesundheitliche Auswirkungen hat. So schicken beim Küssen etwa Abertausende Nervenzellen Befehle ans limbische System, die Gefühlszentrale des Gehirns. Dort schütten Drüsenzellen euphorisierende Endorphine aus. Diese steigern das soziale Bindungsgefühl und sind sexuell erregend. Während des Schmusens nimmt man die Duftstoffe und den Geschmack des Partners wahr, was bei der Partnersuche behilflich sein kann. Außerdem sind die dabei ausgeschütteten Glückshormone wunderbare Stresskiller.

AFP
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Auswirkungen auf Gesundheit

Küsse helfen allerdings nicht nur dabei, sich für oder gegen einen potenziellen Partner zu entscheiden, sondern können Wissenschaftlern zufolge auch gesundheitsfördernde Effekte haben. Der Körper bildet mehr Hormone, der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt. Dabei wird nicht nur das Herz-Kreislauf-System, sondern durch den Austausch von 80 Millionen Bakterien auch die Immunabwehr gestärkt. Auch das Muskeltraining kommt bei einem innigen Kuss nicht zu kurz. Immerhin werden dabei – je nach Intensität des Kusses – bis zu 34 Gesichtsmuskeln aktiviert.

Ob zum Abschied, aus Liebe oder zur Begrüßung: Warum sich Menschen überhaupt küssen, darüber sind sich Forscher nicht einig. Eine Theorie besagt, dass sich das Küssen von der Brutpflege und aus dem Fütterungsritual, bei dem vorgekaute Nahrung an die Kinder weitergegeben wird, entwickelt hat. Andere Experten gehen davon aus, dass die Ursprünge des Kusses eher sexueller Natur sind. Bei Tieren ist es nicht unüblich, dass sie sich zur Begrüßung oder während der Partnersuche am Hinterteil beschnüffeln oder lecken. Diese Geste habe sich bei der Evolution des Menschen und dem aufrechten Gang von unten nach oben verlagert.

 REUTERS/Heinz-Peter Bader
REUTERS/Heinz-Peter Bader

Kussverbot

Die Bedeutung des Kusses ist jedenfalls von Kultur zu Kultur unterschiedlich. In westlichen Kulturen gilt es heute meist nicht mehr als anstößig, wenn in der Öffentlichkeit geküsst wird, in anderen Kulturkreisen hingegen schon. In den Vereinigten Arabischen Emiraten etwa kann das Küssen oder der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit unter Umständen mit Gefängnis- und Geldstrafen oder der Abschiebung geahndet werden.

Übrigens: Zwei Drittel aller Menschen drehen beim Küssen ihren Kopf nach rechts. Vorarlberg stellt außerdem im Vergleich zum restlichen Österreich auch beim Küssen eine Ausnahme dar: Während in anderen Bundesländern Freunde oder Verwandte mit zwei kurzen Küssen auf die Wange – zuerst links, dann rechts begrüßt werden, sind es hierzulande drei (links, rechts, links).