Rudolf Öller

Kommentar

Rudolf Öller

Apollo XIII

Wissen / 16.08.2019 • 13:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Apollo 13 startete am 10. April 1970. Das Kommandomodul (die Apollokapsel) hatte den Rufnamen „Odyssey“, die Mondlandefähre hieß „Aquarius“. Die Mission sollte zehn Tage dauern, je drei Tage für den Hin- und Rückflug und vier Tage für den Aufenthalt auf dem Mond. Die Landung war für das Gebiet „Fra Mauro“ vorgesehen, das nach einem geografisch gebildeten Mönch des 15. Jahrhunderts benannt ist. Es handelt sich bei dieser Region um ein flachwelliges Gelände am Fuße eines Berglandes mit alten Kratern.

Masern

Kommandant von Apollo 13 war James Arthur „Jim“ Lovell. Er unternahm damit nach zwei Gemini- und einem Apolloflug als erster Raumfahrer einen vierten Weltraumflug. Er war auch der erste Mensch, der eine zweite Apollo-Mission unternahm, und der zweimal zum Mond geflogen ist. Pilot der Apollo-Kommandokapsel sollte Ken Mattingly werden, als Pilot der Mondlandefähre war Fred Haise vorgesehen. Einige Tage vor dem Start bekam der Ersatzpilot der Mondfähre, Charles Duke, die Masern. Als sich herausstellte, dass Ken Mattingly nicht immunisiert war, wurde er durch den Reservepiloten John Leonard „Jack“ Swigert ersetzt.

Das Rettungsboot

Der Masernzwischenfall war nicht das einzige böse Omen. Der Start ging beinahe schief, als wegen starker Vibrationen das mittlere Triebwerk der zweiten Stufe zu früh automatisch abschaltete. Trotzdem erreichte Apollo 13 die Erdumlaufbahn. Knapp 56 Stunden nach dem Start explodierte einer der beiden Sauerstofftanks im Servicemodul. Die Erschütterung beschädigte auch das Leitungssystem des daneben befindlichen Tanks. Die Brennstoffzellen, die mit Sauerstoff aus den beiden Tanks versorgt wurden, um Strom und Wasser zu erzeugen, würden nur noch wenige Stunden funktionieren. Die Rettung der Astronauten lag im Verzicht auf die Mondlandung und die Verwendung der Mondlandefähre als „Rettungsboot“. Die Energiereserven der Landefähre „Aquarius“ waren aber nicht für drei Männer und fünf Tage ausgelegt, sondern nur für zwei Männer und drei Tage.

Der Energieverbrauch musste reduziert, die Luftreinigung mit abenteuerlichen Methoden umgestellt werden. Die Heizung, der Bordcomputer und andere Geräte wurden abgeschaltet. Im Raumschiff herrschte tagelang eine Temperatur von 0° Celsius. Um die Rückkehr zu beschleunigen, wurde das Triebwerk des Landemoduls für viereinhalb Minuten gezündet.

Der eingefrorene Bordcomputer der Apollokapsel wurde erst wenige Minuten vor Wiedereintritt in die Atmosphäre eingeschaltet. Er funktionierte noch, und die Wasserung im Pazifik am 17. April 1970 erfolgte problemlos.

(Das traditionelle Sommerthema des VN-Scheinwerfers lautet in diesem Jahr „50 Jahre Mondlandung“.)

„Die Heizung, der Bordcomputer und andere Geräte wurden abgeschaltet.“

Rudolf Öller

rudolf.oeller@vobs.at

Mag. Dr. Rudolf Öller ist
Biologe und Lehrbeauftragter
des Roten Kreuzes.