Schimpansen bewegen sich rhythmisch zu Musik

Wissen / 27.12.2019 • 11:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wissenschaftler versuchen, das Phänomen des Tanzens zu ergründen.

Nuyama Schimpansen können sich einer Studie zufolge rhythmisch zu Musik bewegen. Das fanden japanische Forscher heraus, indem sie sieben Tieren verschiedene Klavierstücke vorspielten. Die Schimpansen reagierten darauf mit Tanz­elementen, etwa dem Wiegen des Körpers, Stampfen oder auch Klatschen. Dabei legten sich die Männchen besonders ins Zeug, wie Yuko Hattori and Masaki Tomonaga vom Primateninstitut der Universität Kyoto in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“) schreiben. Möglicherweise sei der Ursprung des Tanzens ein sehr altes Verhalten, das schon beim gemeinsamen Ahnen von Menschen und Schimpansen vor etwa sechs Millionen Jahren vorhanden gewesen sei. Außer Menschen bewegen sich auch manche Lebewesen rhythmisch zu Musik. Dies sei etwa bei Kakadus, einem Seelöwen und Bonobos (Zwergschimpansen) wissenschaftlich beobachtet worden. Auch von Schimpansen wusste man bereits, dass sie auf Klänge mit Bewegung reagieren. In freier Wildbahn führen männliche Schimpansen demnach „Regentänze“ auf, wenn es stark zu regnen beginnt. Forscher vermuten, dass der Klang des einsetzenden Regens die Bewegungen auslöst. Hattori und Tomonaga wollten nun herausfinden, ob und welche Musik Schimpansen zu rhythmischer Bewegung bringt. Dabei achteten sie darauf, dass die Affen möglichst freiwillig an dem Experiment teilnahmen. Denn auch Stress könne bei Tieren zu rhythmischen Bewegungen führen.

Derzeit gibt es vor allem zwei Theorien zur Entstehung des Tanzens bei Menschen. Eine geht davon aus, dass die Entwicklung dieser Fähigkeit in Verbindung mit der Entwicklung von Sprache steht. Der anderen Theorie zufolge könnte Tanzen ein evolutionär sehr viel älteres Verhalten sein, das sich beim Menschen besonders gut entwickelt hat.