Von Preisen hier und dort

Wohin / 28.03.2013 • 14:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Am Mittwoch der Vorwoche besuchte ich im Wiener Rathaus die Präsentation des „Falstaff Restaurantguides 2013“, bei der die Bundesland-Sieger (nach Punkten), der Gastronom des Jahres und der Sommelier des Jahres und andere Ausgezeichnete vorgestellt wurden. Es waren, salopp gesagt, die üblichen Verdächtigen, beispielsweise die vier Österreich-Sieger (mit 99 von 100 möglichen Punkten) „Ikarus Hangar-7“, „Steirereck“, Silvio Nickol im Palais Coburg und das Landhaus Bacher. Ewald Plachutta wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet, Andreas Döllerer aus Golling ist der „Gastronom des Jahres“. Bundeslandsieger in Vorarlberg ist Thorsten Probost von der „Griggeler Stuba“ im „Burg Vital Resort“ in Lech (97 Punkte), und aus der Lecher Gastronomie kommt auch der „Sommelier des Jahres“, Hermann Lankmaier vom „Burg-Hotel“. Lech rules, aber das ist ja schon lange so.

Am Abend aß ich dann ganz privat im „Le Salzgries“ in der Marc-Aurel-Straße, seiner französischen Küche wegen, und zwar Gillardeau-Austern, Hummersalat, Kabeljau mit Kartoffelgratin, französischen Käse, und dachte mir zuerst, dass ich in einem streng auf Regionalität ausgerichteten Restaurant keinen einzigen dieser Gänge bekommen könnte, und danach, dass es ein Rätsel ist, warum der „Gault Millau“ die Küche des „Le Salzgries“ in höchsten Tönen lobt und ihr dann nur 13 Punkte gibt.

Wieder zu Hause, wollte ich die „Kitz-Wochen“ nutzen und aß in der „Rose“ im Dornbirner Hatlerdorf gebackenes Kitzbries mit Salat und Kitzrücken und probierte vom „Hatler Kitz-Stew“. Auf der Karte stehen außerdem noch Kitzleber und Kitzbeuschel. Das Bries schmeckte hauptsächlich nach der Panade, aber das ist ja auch beim größeren Kalbsbries fast unvermeidlich, die Thymusdrüse hat nun einmal nur einen sehr dezenten Eigengeschmack. Das Stew war gut, allerdings schmeckt mir Ziegenfleisch gebraten am besten. Der Kitzrücken war samt seinen Beilagen ganz vorzüglich und wies nur einen kleinen Schönheitsfehler auf: Das Stückchen Fleisch dürfte eher 80 als 100 Gramm gewogen haben und das Gericht kostete 32 Euro. Da merkte ich, dass ich wieder im Ländle war. Der Hummer-salat im „Le Salzgries“ hatte 23 Euro gekostet, und im Wiener vietnamesischen Restaurant „Vietthao“ hatte ich mit einem Freund je drei Gänge à la carte gegessen und mit Bier und Wein insgesamt 58 Euro gezahlt.

Hotel-Restaurant Rose, Hatlerstr. 31, 6850 Dornbirn, Tel. 05572/22461,
www.rose.co.at, rose@rose.co.at, Öffnungszeiten Mo bis Sa 9 bis 24 Uhr,
So und feiertags 9 bis 16 Uhr.