“Der Geist unserer Show ist derselbe geblieben”

Queen Esther Marrow bringt mit ihrer Truppe energievolle Gospelmusik ins Festspielhaus.
Wie sind Sie zur Gospelmusik gekommen? Sind Sie damit aufgewachsen?
Marrow: Gospelmusik war für mich schon immer etwas ganz Normales. Schon als Kind ging ich jeden Sonntag mit meiner Großmutter in die Messe. Dort habe ich auch mit dem Singen angefangen.
Dieses Jahr feiern Sie Ihr 50jähriges Bühnenjubiläum. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten großen Auftritt? Wenn ja, wie war diese Erfahrung für Sie?
Marrow: Mein erster professioneller und großer Auftritt fand im Haus von Duke Ellington statt. Ich habe für diesen legendären Jazz-Musiker, begleitet vom berühmten Billy Strayhorn, der Klavier spielte, vorgesungen. Es war eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde. Ich war 22 Jahre alt und sehr nervös! Und ich konnte es nicht glauben, als ich den Job tatsächlich bekam.
Tourneen sind sehr anstrengend, wie bekommen Sie die Kraft dafür?
Marrow: Ja, Tourneen können sehr anstrengend sein, aber ich liebe es zu singen, und ich liebe das Publikum. Also schaue ich einfach vorwärts und freue mich auf die Auftritte. Ich versuche auch, zwischen den Konzerten so viel Ruhe wie möglich zu bekommen und mich dabei gut um mich selbst zu kümmern.
Und wie entspannen Sie nach einem anstrengenden Konzert?
Marrow: Um zu entspannen genieße ich ein feines Abendessen, besuche meine Freunde, schaue mir einen guten Film an oder höre einfach nur Musik.
1991 gründeten Sie die „Harlem Gospel Singers“ – seitdem sorgen Sie bei Ihren Auftritten für Begeisterungsstürme. Warum sind die „Harlem Gospel Singers“ mit religiösen Liedern so erfolgreich?
Marrow: Ich habe die Harlem Gospel Singers damals mit meinem Freund Michael Brenner und meiner Managerin, Autorin Roseanne Kirk gegründet. Gemeinsam beschlossen wir, dass die Musik der „Harlem Gospel Singers“ inspirierende Musik sein soll, nicht einfach nur traditionelle religiöse Musik. Es ist sehr wichtig, dass jeder einzelne, der unsere Show besucht, fühlt, dass wir auch für ihn oder sie singen. Man muss nicht religiös sein, um unsere Show genießen zu können. Wir möchten einfach, dass unser Publikum Spaß hat. Jeder soll sich mit der spirituellen Kraft verbunden fühlen und berührt sein von dieser positiven Erfahrung.
Was hat sich verändert seit den Anfängen der Harlem Gospel Singers?
Marrow: Seit den frühen Tagen der „Harlem Gospel Singers“ gab es viele aufregende Veränderungen in den „Looks“ unserer Show. Die Technik ist ja viel besser geworden, es gibt großartige Licht- und Soundeffekte und so weiter. Aber der Geist unserer Show ist bis heute derselbe geblieben.
Sind Sie selbst ein religiöser Mensch?
Marrow: Bin ich religiös? Nun, ich glaube sehr stark an Gott und seine Güte und Kraft. Ich halte mich selbst für eine spirituelle Person.
Ihre neue Show trägt den kraftvollen Titel „The Power of Love“. Als Special Guest mit dabei ist Sänger und Schauspieler Ron Williams – wie kam diese Zusammenarbeit zustande?
Marrow: Ich traf Ron Williams während einer Tour und mochte ihn sofort. Er kam im vergangenen Jahr dann zu einer unserer Proben und da fragte ich ihn, ob er nicht bei uns mitmachen möchte. Er hat ein wunderbares Talent und ist ein fröhlicher Mensch. Das macht ihn perfekt für uns.
Zur Person
Queen Esther Marrow
Geboren: 12. 2. 1941
Wohnort: Newport News, Virginia
Familie: Ein Bruder, Mutter Martha (93)
Lebensmotto: Alles, was ich gesehen habe, lehrt mich, dem Schöpfer zu vertrauen.
Queen Esther Marrow’s The Harlem Gospel Singers Show
„The Power of Love“: 21. Dezember, Festspielhaus Bregenz.
Karten: v-ticket.at