Suche nach dem Glück

03.11.2016 • 12:38 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Erika Kronabitter kronabitter
Erika Kronabitter kronabitter

Literatur und Musik gibt’s am 18. November bei Kult-pur im Gemeindehaus in Nüziders.

schwarzach. Die Vorarlberger Literatin Erika Kronabitter und das liechtensteinisch-österreichische Trio Klanglabor sind demnächst gemeinsam in Nüziders zu erleben. Im VN-Interview erzählt Erika Kronabitter von ihrem neuen Buch und ihrer gemeinsamen Arbeit mit Klanglabor.

Sie sind demnächst gemeinsam mit dem liechtensteinischen Trio „Klanglabor“ in Nüziders zu hören. Sie lesen dabei aus Ihrem neuen Buch „La Laguna“?

Kronabitter: „La Laguna“  ist vor allem die Geschichte eines Mannes, dem nichts im Leben gelingt. Es ist auch die Geschichte einer Frau Ende der 50er-Jahre und ihrer Sehnsucht nach Befreiung aus der Großfamilie. Und es ist die Geschichte eines kleinen, nicht ausgesprochenen Satzes, der das Glück mehrerer Leben zerstört.

Was hat Sie zu diesem Buch bewogen?

Kronabitter: Beppos Tod und seine Geschichte ist so unwahrscheinlich, dass sie wie ein Krimi anmutet. In den 80er-Jahren gingen Berichte über diesen Doppelmord auf Teneriffa durch die Medien. Einen „echten Krimi“ wollte ich allerdings nicht schreiben.

Stimmt es, dass „La Laguna“ autobiografisch inspiriert ist? Inwiefern?

Kronabitter: Hinter der Figur des Beppo verbirgt sich mein Vater. Einiges um ihn, um Larek und Hannah hat sich tatsächlich so zugetragen. Das Schloss, welches Beppo erben hätte können, existiert in Niederösterreich (es kann besichtigt werden).

Worüber sollte der Leser nach der Lektüre Ihres Buches nachdenken?

Kronabitter: Mein Buch beschreibt die Suche nach dem Glück. Jeder versucht auf seine Art, auszubrechen, etwas hinter sich zu lassen. Der Titel des Buches könnte auch lauten „Der kleine Mann und der große Traum vom Glück“. Das Schöne ist vielleicht, dass sich keine Verbitterung einstellt. Kein Hadern. Das Leben ist wie es ist. Vielleicht sollte man darüber nachdenken.

Wie lange haben Sie an diesem Buch geschrieben?

Kronabitter: Ich habe mehrere Jahre – mit Pausen – daran gearbeitet. Die ersten Notizen habe ich 2005 gemacht, also einige Jahre, nachdem ich das Grab meines Vaters auf Teneriffa besucht habe.

Wie kann man sich das bei Ihnen vorstellen? Haben Sie regelmäßige Zeiten, in denen Sie schreiben?

Kronabitter: Wenn ich direkt an einem Projekt arbeite, gibt es so etwas wie einen Stundenplan: Vormittage und Nächte sind für das Schreiben reserviert. Ich arbeite noch mit einem Terminkalender aus Papier, in welchen die Schreibzeiten eingetragen und von anderen Terminen frei gehalten werden. Allerdings besteht mein Leben aus Inkonsequenzen. Wichtigen familiären und Beziehungsdingen oder E-Mails lasse ich schnell und gerne Raum.

Das Trio „Klanglabor“ wird wieder den musikalischen Rahmen zu Ihrer Lesung bilden. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?

Kronabitter: Mit dem liechtensteinischen Klanglabor, welches von Arno Oehri vor zehn Jahren gegründet wurde, arbeite ich seit Beginn gerne zusammen. Wir drei, Denise Kronabitter (Gesang), Marco Sele (Perkussion) und Arno Oehri (Gitarre) sind mittlerweile ein bestens aufeinander eingespieltes Team. Der erste Roman wurde vom Klanglabor sogar dramaturgisch bearbeitet und als Theaterstück aufgeführt.

Was sind für Sie die Vorteile einer musikalischen Lesung im Vergleich zu einer reinen Lesung?

Kronabitter: Gute Literatur besteht nicht nur aus Worten und gute Musik nicht nur aus Klängen. Die beiden Wahrnehmungsebenen verschränken sich im Zusammenwirken zu weitreichenden Assoziationsräumen: Hier hallen die Worte in der Klanglandschaft nach, dort durchdringt die musikalische Erinnerung die Atmosphäre der Wortbilder. Achtsamkeit und großer gegenseitiger Respekt führen zu einem wundervollen Ganzen, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Literatur mit dem Klanglabor ist ein Erlebnis.

Zur Person

Erika Kronabitter

Geboren: 3. 2. 1959

Wohnort: Vorarlberg und Wien

Familienstand: verheiratet

Lebensmotto: Die Anderen im Innersten erkennen und verstehen.

Erika Kronabitter & Klanglabor: Freitag, 18. November, Gemeindehaus Nüziders. Karten: Bidi Getränkemarkt Bludenz, http://www.kultpur.at