„Ich spüre keinen Erfolgsdruck“

Wohin / 30.03.2017 • 12:18 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sašo Avsenik und seine Oberkrainer haben für ihr Konzert ganz besondere Stücke vorbereitet.  Foto: band
Sašo Avsenik und seine Oberkrainer haben für ihr Konzert ganz besondere Stücke vorbereitet. Foto: band

Sašo Avsenik gastiert mit seinen Oberkrainern in Bregenz. Der Musiker im VN-Talk.

Ihr 2015 verstorbener Großvater Slavko Avsenik gilt als Erfinder der Oberkrainer-Musik. Sie haben sich dieser Musikart ebenfalls verschrieben. Was fasziniert Sie an der Oberkrainer-Musik?

Avsenik: Die Musik hat mich als Kind schon fasziniert, wenn ich Opa beim Üben zugeschaut habe. Unglaublich beeindruckend, was er aus seiner „Holzkiste“ herausgeholt hat. Bis heute fasziniert es mich, wie emotional die Musik ist, welche unterschiedlichen Stimmungen sie produzieren kann. Es ist immer wieder aufs Neue schön zu sehen, wie diese Musik die Menschen berührt. Da ist dem Opa etwas ganz Besonderes gelungen.

Wie wichtig ist es Ihnen, die Musiktradition ihres Großvaters weiterzuführen?

Avsenik: Es ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich bin mit der Musik aufgewachsen und es ist eine große Ehre, dass ich die musikalische Familientradition weiterführen darf.

Spüren Sie auch einen gewissen Druck, an den Erfolg Ihres Großvaters anschließen zu müssen?

Avsenik: Was mein Großvater mit den Original Oberkrainern erreicht hat, war einmalig und wird sich nicht wiederholen. Ich sehe mich keinem Erfolgsdruck ausgesetzt – Erfolg passiert, wenn viele Umstände gerade passen, oder er passiert nicht. Meine persönliche Motivation ist es vielmehr, als „musikalischer Erbe“ einen guten Job zu machen, einem gewissen musikalischen Anspruch gerecht zu werden. Hier hat Opa die Latte ziemlich hoch gelegt.

Oberkrainer-Musik hat eine große Fangemeinde. Auch junge Leute lassen sich davon begeistern. Woran liegt das?

Avsenik: Der Sound, den mein Großvater mit seinem Bruder Vilko geschaffen hat, ist zeitlos. Die Kompositionen sind heute noch so aktuell wie vor 60 Jahren. Wir haben viele junge Leute bei Konzerten, die die Geschichte und unsere Tradition gar nicht kennen, durch uns erstmals mit dem Oberkrainer-Sound in Berührung kommen und sich davon begeistern lassen. Ein bisschen hängt es vielleicht auch damit zusammen, dass wir auf der Bühne auch noch jung an Jahren sind.

Gibt es auch andere Musikrichtungen, die Sie mögen?

Avsenik: Von Klassik über Jazz und Rock und Pop gibt es keine Einschränkungen, es muss nur gut gemacht sein.

Sie und Ihre Oberkrainer spielen einerseits im klassischen Oberkrainer-Klang, Sie bringen aber auch viele neue Elemente ein. Sie möchten die Oberkrainer-Musik weiterentwickeln?

Avsenik: Bei den Oberkrai­nern wurde auch zu Opas Zeiten immer experimentiert. Diesen Raum bietet die Musik – und für uns Musiker ist dies sehr spannend. Auch bei unseren Tourneen versuchen wir immer, musikalische Brücken zu bauen, etwas besonderes zu präsentieren. 2015 waren es z. B. Ausflüge in die Klassik, Oberkrainer & Streicher zusammen – für uns ein wunderbares Projekt. Beim neuen Programm wird der Schwerpunkt auf dem Gesang liegen.

In April kommen Sie mit Ihren Oberkrainern gemeinsam mit „The Slowenian Mastersingers – Slovenski Oktet“ nach Bregenz ins Festspielhaus. Worauf dürfen sich die Fans besonders freuen?

Avsenik: Auf das Festspielhaus und das Bregenzer Publikum freuen wir uns ganz besonders. Das Publikum ist hier sehr musikalisch und fachkundig und die Vorarlberger haben uns in den vergangenen Jahren immer unglaublich herzlich empfangen. Überlegt haben wir uns für unser diesjähriges Tourneeprogramm etwas ganz Besonderes: Bei den Slowenian Mastersingers handelt es sich um die acht besten männlichen Stimmen aus Slowenien, die wir für unsere Tournee gewinnen konnten, worauf wir sehr stolz sind. Sie haben bereits auf allen großen Bühnen der Welt gesungen. Die Hits & Melodien von Slavko Avsenik, vereint mit einem achtköpfigen Vokalensemble der internationalen Spitzenklasse, das hat es in der Form noch nicht gegeben. Im Programm präsentieren wir darüber hinaus natürlich auch unseren Oberkrainer-Sound in seiner klassischen Form, 100 Prozent live, alles handgemacht. Und auch mein Vater Gregor Avsenik ist auf vielfachen Wunsch als Sologitarrist dabei und hat schon einige ganz besondere Stücke vorbereitet.

Zur Person

Sašo Avsenik

Geboren: 11. Juni 1991

Wohnort: Begunje / Slowenien

Familienstand: ledig

Lebensmotto: Sei gut zu den Menschen und die Menschen sind gut zu Dir

Am 23. April kommen „Sašo Avsenik und seine Oberkrainer“ zusammen mit „The Slowenian Mastersingers – Slovenski Oktet“ ins Bregenzer Festspielhaus. Karten bei allen oeticket-Vorverkaufsstellen, Musikladen.