Lieder, die unter die Haut gehen

09.05.2018 • 09:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Georg Clementi Stefan Dokoupil
Georg Clementi Stefan Dokoupil

Georg Clementi verzaubert sein Publikum mit geistreichen, ernsten und witzigen Liedern.

schwarzach Mit seinen Liedern zeichnet er ein poetisches Bild des aktuellen Zeitgeschehens, ganz ohne Kitsch oder Plattitüden. Seine Lieder gehen ins Ohr und unter die Haut. Die Rede ist von Georg Clementi. Demnächst kommt er mit seinen „Zeitliedern“ nach Dornbirn. Den VN beantwortete er vorab einige Fragen.

 

Ihr Programm nennt sich Zeitlieder, was verbirgt sich dahinter?

Clementi Eine Gitarre, ein Akkordeon, Stimmen und Percussioninstrumente, rhythmisch anregende, manchmal fast tanzbare Lieder mit Humor und anspruchsvollen, poetischen deutschen Texten.

 

Es gibt ja auch schon Zeitlieder 1 und Zeitlieder 2. Wie unterscheidet sich das neue Album von den vorherigen?

Clementi Abgesehen davon, dass die behandelten Themen auf der Höhe der Zeit sind, ist es musikalisch noch vielfältiger und ausgereifter als die Vorgänger. Wäre es Wein, würde ich sagen es ist ein Barrique Reserve.

 

Wer hat die Songs geschrieben?

Clementi Was die Texte betrifft, alle ich. Aber auch das unterscheidet dieses Programm von den ersten beiden: Etwa die Hälfte der Texte haben Freunde für mich vertont, zum Beispiel „Die Strottern“ aus Wien.

 

Es sind nicht nur unterhaltsame Lieder, sondern auch ernste gesellschaftskritische Texte. Möchten Sie mit Ihren Liedern mehr unterhalten oder zum Nachdenken anregen?

Clementi Mein Anspruch ist es, gleichermaßen fürs Herz, fürs Hirn und fürs Zwerchfell zu singen. Ich möchte auf höchstem Niveau unterhalten.

Wie ich gelesen habe, holen Sie sich die Inspiration für Ihre Lieder aus der Zeitung? Sie verarbeiten also gelesene Artikel musikalisch?

Clementi Ich lass mich von Gedankensplittern, von Themen und von originellen Sätzen inspirieren. Versetze mich in fremde Menschen hinein, sehe die Welt mit völlig neuen Augen und schreibe mir aus neuen Perspektiven heraus Rollen auf den Leib. So entstehen Lieder wie „Fairtradekaffee“, in dem sich ein Linksliberaler in die Welt von gestern zurücksehnt, oder das „Lied einer alten Frau“, in dem eine 81-jährige Dame erzählt, wie sich das Alter anfühlt.

 

Wer hat Sie in Ihrer künstlerischen Laufbahn am meisten beeinflusst?

Clementi Die italienischen Cantautori, Jacques Brel, Ludwig Hirsch, Sting, Die Beatles, Klaus Hoffmann, Michael Jackson, Reihard Mey, Bruno Mars, Kurt Weill, Grönemeyer… 

 

Bei Ihrem Konzert am Spielboden treten Sie gemeinsam mit Akkordeonistin Sigrid Gerlach und Gitarrist Ossy Pardeller auf. Was genau werden wir hören?

Clementi Das kommt ganz darauf an, ob Ihr Herz, Ihr Hirn oder Ihr Zwerchfell die schärferen Ohren hat. Es könnte sein, dass Sie vor allem die schönen Akkordeonmelodien hören. Es könnte aber auch sein, dass Sie ganz in meine Texte eintauchen und mit mir fremde Welten erkunden, und dabei könnte es passieren, dass sie während eines Gitarrenakkords laut auflachen müssen. Wenn Sie aber am Ende des Konzerts nicht ein mindestens so breites Lächeln wie wir im Gesicht haben, sind wir vergebens nach Vorarlberg gekommen.

Zur Person

Georg Clementi

Geboren am Tag der Mondlandung

Wohnort Salzburg

Familienstand glücklich verheiratet

Lebensmotto Alles ist eins

Georg Clementi „Zeitlieder“, 25. Mai, 20 Uhr, Spielboden Dornbirn. Karten: www.spielboden.at, Raiffeisenbanken, Musikladen