Rumborak präsentieren erdige Rockmusik im Vorarlberger Dialekt

Wohin / 06.12.2019 • 11:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Rumborak lassen es in der Remise krachen. BAND
Rumborak lassen es in der Remise krachen. BAND

„In Mundart kann ich mich am besten ausdrücken“, sagt Rumborak-Bandleader Joachim Jäger.

Bludenz Die Vorarlberger Band Rumborak steht für geradlinigen, stromigen und erdigen Mundartrock. Demnächst sind sie bei einem Konzert in der Remise Bludenz  zu erleben. Frontmann Joachim Jäger im VN-Interview.

Eure Band Rumborak gibt’s nun schon seit über 20 Jahren. Seid ihr noch in der gleichen Besetzung unterwegs oder hat sich da was geändert?

Rumborak gibt’s – um ganz genau zu sein – schon seit 1991. Als 1996 die erste CD „Rotzbua“ veröffentlicht wurde, waren noch die beiden Gitarristen Michael Seeberger und Sigi Düngler am Werk. Beide haben sich im Lauf der Jahre vom harten Showgeschäft verabschiedet, wir sind aber nach wie vor freundschaftlich verbunden. Die Gitarrenarbeit machen mittlerweile Stefan „Mäthi“ Mathies und ich, ansonsten sind wir in der Bänd-Urbesetzung – mit Georg Joe Emmert am Schlagzeug, Mannni Türtscher am Bass, Rainer Emmert an der Monika Z. und Heinzi Lindner und Wolfi Schulnig für die Ton- und Lichttechnik. Unser Sound ist ehrlich und erdig wie eh und je, von daher hat sich nicht viel geändert. Wirklich geändert hat sich einzig und allein – dafür aber grundlegend – unser Alter.

Beschreibe bitte in zwei, drei Sätzen, was Rumborak für dich bedeutet.

Rumborak steht für Dialekt-Rockmusig mit „körigen“, schmatzigen Gitarren und mit richtigem Wumms. Textlich werden lustige Themen bedient, denn Rumborak soll Spaß machen, guten, sauberen Spaß.

Ihr macht Vorarlberger Mundartrock. Was sind für dich die Vorzüge des Dialektgesangs?

Mundart ist unsere Muttersprache. Deshalb kann ich mich in Mundart am besten ausdrücken. Gerne mische ich auch Mundart mit etwas Hochdeutsch oder einer Prise Englisch, da gibt’s immer wieder lustige Zeilen. Und wenn ich dann beim Texten selber lachen muss, dann weiß ich, dass ich richtig bin. Mir persönlich gefällt bei Livekonzerten das spontane Lachen von Menschen im Publikum, wenn sie einen Gäg oder eine Pointe aus einem Song mitkriegen. Das sind dann meine persönlichen Highlights.  Grandios finde ich übrigens immer noch die Herren Köhlmeier/Bilgeri und Günter Sohm, deren Texte mich sehr beeinflusst haben und es immer noch tun.

Und was ist im Mundartgesang schwieriger?

Mundart ist halt ziemlich ehrlich. Und wenn du ehrlich schreibst, muss dir bewusst sein, dass die Zuhörer deine Texte verstehen könnten. Du musst also schon vorher wissen, ob du das auch überhaupt möchtest. Live muss eine gute PA-Anlage vorhanden sein, da die Texte im Sound verstehbar sein müssen. Und da unser Sound eher der härteren Gangart entspricht, ist das für mich als Sänger und für unser Technikteam immer eine Herausforderung.  Sonst gibt’s sprachlich natürlich regionale Barrieren und Projekte, die sich bis heute noch nicht verwirklichen ließen. 

Was waren eure Höhepunkte als Musiker bisher?

Highlights waren Auftritte mit diversen Stars wie U.D.O, Züri West, JBO, Subway to Sally, Kaiser Franz Josef und einigen mehr. Auch der Vizemeistertitel um den „Schnabl“ des ORF Vorarlberg anno 2001 und unser grandioser Playbäck-Auftritt 2003 als Stargäste bei der ORF-Kindersendung Sendung „1-2 oder3“, in deren Verlauf wir vom Regisseur ins Drehbuch eingebunden und während der Sendung durch einen bösen Zauber in Kühe verwandelt wurden. Gottseidank konnte uns damals ein geistesgegenwärtiges Kind wieder in uns zurückverwandeln, da waren wir nachher richtig froh. Ansonsten habe ich fast alle unserer Liveauftritte auf regionalen Open-Air-Bühnen wie beim Szene-Open-Air, Woodrock, Rovermen, Krauthobel usw in guter Erinnerung. Ganz besonders auch die legendären Livekonzerte in der Postgarage Bizau (kein Schmäh!) und die jährlichen Heimspiele beim Schesarock in Bürs.

Wie siehst du die derzeitige Musikszene in Vorarlberg?

Vorarlberg hat schon jahrelang eine sehr gute Musikszene, und das ist auch noch heute so. Mir fällt besonders auf, dass in Vorarlberg auch viele Veranstalter und PA-Verleiher sehr professionell arbeiten, was uns Musikern ungemein zugute kommt. 

Eure letzte CD „Pädagogisch wertlos“ ist schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Gibt es schon Pläne für eine neue CD?

Ja, Pläne gibt’s, aber allein an der Ausführung scheitert es derzeit. Die Disziplin lässt langsam nach. Aber- wir werden demnächst wohl die Arbeiten für ein „best of“ – Album angehen.

Was erwartet uns bei eurem Konzert in der Remise?

Die Remise Bludenz ist eine Vorzeige-Location und wir freuen uns richtig darauf, dort spielen zu können. Was euch erwartet? Eine ca dreistündige Live-Mundart-Rock-Show, bei der keine Stirn und kein T-Shirt trocken bleiben. In diesem Sinne – kommt vorbei, wir freuen uns auf euch! VN-ean

Rumborak spielen am 11. Dezember in der Remise Bludenz. Karten: www.remise-bludenz.at