„Es ist genug für alle da“

03.06.2019 • 08:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Pestizide und Monokulturen vernichten natürliche Kreisläufe und führt zu einer massiven Zerstörung des fruchtbaren Bodens.
Pestizide und Monokulturen vernichten natürliche Kreisläufe und führt zu einer massiven Zerstörung des fruchtbaren Bodens.

Der Klimawandel wird – und das ist gut so – immer mehr zum Thema.

DORNBIRN „Weniger erfreulich sind die Ursachen dieser Thematisierung: Die Häufung von Wirbelstürmen, Zyklonen, Starkregen und Überschwemmungen, Dürren und Wassermangel, vor allem aber die Tatsache, dass viele dieser Ereignisse in einem extremen Ausmaß auftreten. Trotzdem sind die Maßnahmen, die für den globalen Klimaschutz getroffen werden leider mehr als zögerlich, nationale Interessen bremsen sie immer wieder ein und verhindern sinnvolle Vorgehensweisen unnötig lange. Dabei gilt es, keine Zeit mehr zu verlieren“, sagt der Bildungsbeauftragte der Caritas Auslandshilfe Michael Zündel, Mitinitiator und -umsetzer der Ausstellung „Wir essen die Welt“ in der Inatura Dornbirn. „Wie es gehen kann, zeigt die schwedische Schülerin und Klimaaktivistin Greta Thunberg. Ihr mutiger Einsatz für eine konsequente Klimapolitik findet nicht nur in ihrem Heimatland Schweden Beachtung, sondern weltweit. Die „Schulstreiks für das Klima“ sind inzwischen zur globalen Bewegung „Fridays for Future“ angewachsen. Auch wenn sich manche daran stören, dass diese Schülerstreiks an Freitagen, also an Schultagen, stattfinden – sind wir doch ehrlich: Unsere Jugend hat jedes Recht dazu, für aktiven Klimaschutz auf die Straße zu gehen! Es ist ihr Planet, auf dem sie in den nächsten Jahrzehnten lebenswert leben können wollen, das wiegt die paar versäumten Unterrichtsstunden wohl mehr als auf“, sagt Zündel.

„Wir essen die Welt“

Es geht um das Sensibilisieren zum bewussten Umgang mit Nahrung. In Zusammenarbeit mit der Inatura in Dornbirn zeigt die Caritas seit Oktober 2018 bis 8. September 2019 die Sonderausstellung „Wir essen die Welt“. Der Name ist Programm: Durch die virtuelle Begegnung mit Menschen aus fünf exemplarischen Ländern dieser Welt erhalten die Besucherinnen und Besucher auf eindrucksvolle Weise wichtige Informationen und Einblicke zur Herkunft unserer Nahrungsmittel, woher sie kommen, wie viele Tansportkilometer diese Nahrungsmittel hinter sich haben und wie klimaschonend diese Lebensmittel letztlich produziert worden sind. „Obwohl die Ressourcen unseres Planeten begrenzt sind, würden sie dennoch ausreichen, um die gesamte derzeitige Weltbevölkerung zu ernähren. Trotzdem hungern über 800 Millionen Menschen weltweit. Warum? – Weil wir in Europa beispielsweise die dreifache Menge an Ressourcen verbrauchen, die uns zusteht, und weil die Menschheit, vor allem die industrielle Landwirtschaft, den Planeten plündert, statt sparsam und verantwortlich mit den vorhandenen Ressourcen zu haushalten. Auch wenn Konzerne wie Monsanto & Co Gentechnik als Wundermittel gegen den Hunger versprochen haben, wurden diese Verheißungen allesamt nicht eingelöst. ,Agrarökologie und eine vielfältige Landwirtschaft mit lokal angepasstem Saatgut bieten bessere Chancen für die Bekämpfung des Hungers in Zeiten des Klimawandels‘, bringt es Maria Heubuch, Grüne Abgeordnete des EU-Parlaments und selbst Landwirtin, klar auf den Punkt“, führt Michael Zündel aus. Die Sonderausstellung „Wir essen die Welt“ macht betroffen, sie zeigt aber auch Möglichkeiten zur Veränderung. Sie informiert über Menschen der Region, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und nachhaltig Schritte setzen, um über bewussten Umgang mit Lebensmitteln und deren natürliche landwirschaftliche Produktion der Ressourcenvernichtung auf unserem Planeten Erde entgegenzuwirken.

„Unsere Ausstellung gibt Einblick in die Herkunft unserer Nahrungsmittel.“

Im „Lebensmittelladen“ in der Inatura erfahren die Besucher beim Einscannen der Produkte den Preis und Infos zu Umweltverträglichkeit, Regionalität und Fairness.
Im „Lebensmittelladen“ in der Inatura erfahren die Besucher beim Einscannen der Produkte den Preis und Infos zu Umweltverträglichkeit, Regionalität und Fairness.