Die Pandemie belastet Kinder sehr

Gesund / 09.04.2021 • 11:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Befragt nach ihrer größten Angst gaben 56 Prozent der Kinder an, „dass es noch lange dauern wird, bis das Leben so wie vorher wird“. Adobe
Befragt nach ihrer größten Angst gaben 56 Prozent der Kinder an, „dass es noch lange dauern wird, bis das Leben so wie vorher wird“. Adobe

Befragung der Uni Salzburg. Mädchen sind besorgter als Buben.

Wien, Salzburg Viele Kinder und Jugendliche fühlen sich durch die Coronapandemie belastet. Knapp der Hälfte macht die aktuelle Situation Angst, knapp drei Vierteln geht es schlechter als in der Zeit vor Corona, zeigt eine Studie der Universität Salzburg. In etwa zwei Dritteln der Befragten geht der normale Schulalltag ab. Mädchen zeigten sich dabei verängstigter und besorgter als Buben.

Für die von Manuel Schabus und Esther-Sevil Eigl vom Zentrum für Kognitive Neurowissenschaften der Universität Salzburg durchgeführte Studie „Jetzt sprichst du“ wurden rund 4000 Kinder und Jugendliche befragt. Neben einer Gesamtstatistik wurden auch drei verschiedene Altersgruppen einzeln ausgewertet (6 bis 10, 11 bis 14 und 15 bis 18 Jahre).

Lange Zeit

Als größte Ängste formulierten die Kinder und Jugendlichen, „dass es noch lange dauern wird, bis das Leben so wie vorher wird“ (56 Prozent), „dass das Leben gar nicht mehr so wie vorher wird“ (51 Prozent) und „dass Eltern, Geschwister, nahe Angehörige sterben könnten“ (45 Prozent, Mehrfachnennungen möglich). Am meisten nervt sie, dass sie keine Freunde treffen zu können (58 Prozent), das Maskentragen (54 Prozent) und die fehlenden Reisemöglichkeiten (40 Prozent).

Ganz exakt sind die Einschätzungen der Kinder und Jugendlichen dabei nicht: Immerhin 17 Prozent gaben an, seit Beginn der Coronapandemie nie in der Schule gewesen zu sein, was angesichts der Präsenzphasen vor und nach den Sommerferien in diesem Ausmaß nicht zutreffen kann. Schabus erklärt das mit dem Umstand, dass die Jugendlichen die Umfrage als eine Art „Rundumschlag“ genutzt hätten für eine persönliche Einschätzung der Situation. In diesem Fall müsse man das „nie“ als „praktisch nie“ lesen.

Volksschüler ängstlicher

Tendenziell zeigten sich die Volksschüler und Oberstufenschüler etwas ängstlicher als die Elf- bis 14-Jährigen. Den Volksschülern geht der normale Schulalltag noch stärker ab als den älteren Kindern bzw. Jugendlichen. Die Oberstufenschüler haben die wenigsten Illusionen über eine baldige Rückkehr zur Normalität: 80 Prozent rechnen damit erst 2022 oder noch später, bei den Volksschülern beträgt dieser Anteil nur zwei Drittel, in der mittleren Altersstufe rund 70 Prozent. Massiv überschätzt wird von den Kindern und Jugendlichen übrigens das Risiko für Gleichaltrige, aufgrund einer Corona-Infektion ins Spital zu kommen. Auf die Frage „Von 1000 Schülerinnen und Schülern, die so sind wie du: Wie viele davon werden in den nächsten zwölf Monaten schwer an Corona erkranken und im Krankenhaus landen?“ kamen die Befragten auf einen Medianwert von 5, also 0,5 Prozent. Das tatsächliche Risiko sei allerdings rund 200 Mal niedriger.