Siegfried Furxer: Mit Empathie und einem Lächeln durchs Leben, ein spiritueller Lebensweg

Heimat / 11.02.2026 • 09:12 Uhr
Nachruf Siegfried Furxer
Nachruf Siegfried Furxerprivat

Siegfried Furxer lebte für die Begegnung mit Menschen und den Glauben an das Gute im Leben.

Von Hartmut Hofer

Zwischenwasser Wer Siegfried Furxer kannte, erinnert sich an einen Mann mit wachem Geist, warmem Humor und einer tiefen Neugier auf das Leben. Am 16. Dezember 2025 ist er im Beisein seiner Familie friedlich ins Licht gegangen. Ein Leben reich an Begegnungen, Wendungen und einem unerschütterlichen Glauben an die Menschlichkeit.

Siegfrieds Großfamilie zu seinem 90. Geburtstag
Siegfrieds Großfamilie zu seinem 90. Geburtstag

Am 3. März 1935 in Muntlix geboren, prägten frühe Verluste sein Leben: Sein Bruder Ernst fiel 1944 in Rumänien, seine Mutter starb während seiner Maturareise, zu seiner Schwester Reinelde und seinem Vater Josef pflegte er zeitlebens eine gute Beziehung. Siegfried war jemand, der sich nicht scheute, neue Wege zu gehen. Nach seiner Arbeit als BH-Beamter folgte er seiner inneren Berufung und wurde 1964 zum Priester geweiht. Als Kaplan in Lustenau und später als Pfarrprovisor in Dafins suchte er nach einer lebendigen, offenen Kirche. Als diese Vision auf starre Strukturen stieß, ließ er sich 1972 vom Priesteramt laisieren und fand den Mut zu einem Neuanfang. Er heiratete seine Frau Beate, mit der er fortan seinen Lebensweg teilte und die ihm 52 Jahre lang verlässliche Partnerin war.

Der junge Kaplan Siegfried Furxer bei einer Feldmesse
Der junge Kaplan Siegfried Furxer bei einer Feldmesse.

Seine Familie bedeutete Siegfried alles, sie war der Mittelpunkt seines Lebens. Anlässe wie Hochzeit, Taufe oder Weihnachten und Ostern wurden von ihm als Priester mit christlichen Ritualen gefeiert. Als Lehrer an der Hauptschule Klaus vermittelte er bis zu seiner Pensionierung nicht nur Deutsch, Biologie und Geografie, sondern vor allem die Freude am Denken. Junge Menschen zu fördern und ihnen die Welt zu öffnen, war ihm eine Herzensangelegenheit.
Sein Garten in Furx war sein Reich. In seiner Pension kochte er daraus unzählige Gläser Marmelade, was ihm den liebevollen Spitznamen “Marmeladen-Siegfried” einbrachte. Doch auch die Ferne lockte: Mit Beate bereiste er fremde Kulturen. Korsika wurde der Familie für Urlaube zur zweiten Heimat.

Siegfried Furxer: Mit Empathie und einem Lächeln durchs Leben, ein spiritueller Lebensweg
“Marmeladen-Siegfried” in seiner Leidenschaft

1995 war Siegfried Mitbegründer des Vereins Abschied in Würde. Als Ritualleiter begleitete er trauernde Menschen bei der Verabschiedung ihrer Liebsten – mit Empathie und ohne Rücksicht auf Konfessionen. Sein Engagement für die Gemeinschaft war vielfältig: Er initiierte das Naturschutzgebiet Amatlina, war Mitbegründer des Krankenpflegevereins Vorderland, engagierte sich im Talente-Tauschkreis und in der Naturwacht.
“Das Lachen nicht verlernen, auch wenn das Leben noch so schwer ist” – dieses Motto lebte er vor, auch in schweren Zeiten.
Siegfried liebte gute Gespräche, erzählte gern aus seinem Leben und teilte großzügig seine Erfahrungen. Theologische Fragen und Mystik beschäftigten ihn, bis ihn im hohen Alter die mentalen Fähigkeiten daran hinderten. Doch er ging seinen Weg entschlossen, mit Mut und dem festen Glauben an das Leben.

Die letzten 10 Monate verbrachte er im Röthner Vorderlandhus. Die fast täglichen Besuche seiner Frau Beate und der Familie erfüllten ihn mit Freude. Siegfried Furxer hinterlässt viele Spuren – als Lehrer, Seelsorger, Naturliebhaber und als Mensch, der ernst nahm, was wichtig war, ohne dabei den Humor zu verlieren.

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