Traumhochzeit im Urlaubsparadies

Stammgäste aus Belgien feierten Saisonschluss am Hochtannberg auf spezielle Art und Weise.
Schröcken, Warth Für den Hochtannberg war es eine Bilderbuchsaison – und das Finale des Winters wäre es fast wert gewesen, für ein Werbe-Video verfilmt zu werden: Punktgenau hatte Frau Holle das Skigebiet zwischen Biberkopf, Widderstein, Juppenspitze und Warther Horn noch einmal in eine tiefwinterliche Berglandschaft getaucht.

Vielfältig „Äktsch’n“
Ein fast kitschiger Rahmen für vielfältige Aktionen: Auf den Pisten tummelten sich zahllose Skigäste in nostalgischem Outfit – die Skilifte Warth und Schröcken hatten nach dem Motto „We love the 80’s” eingeladen, das Saisonfinale wie anno dazumal zu feiern. Inklusive mitreißender Ausklang mit dem After-Party-Liebling Matty Valentino. Nur ein paar Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Hochtannberg-Passes hatte Kilian Albrecht zum Charity-Race zugunsten der Vorarlberger Special-Olympics-Bewegung geladen und ebenfalls zur gleichen Zeit hieß es beim Berghaus in Schröcken „Einsteigen bitte!“ für eine Skibus-Sonderfahrt, mit der Dutzende Fahrgäste zur Warther Pfarrkirche gebracht wurden, um mit Anne-Catherine und Denis aus dem fernen Belgien – mehr als 700 km vom Hochtannberg entfernt – Hochzeit zu feiern.

Für ein paar Stunden „flämisch“
Die fast 100-köpfige Hochzeitsgesellschaft hatte die Traumhochzeit bis ins Detail durchgeplant. Manche waren schon in der Karwoche angereist und hatten ihren Osterurlaub einfach verlängert, andere reisten erst nach Ostern an. Sie brachten alles mit, um ihren Lieblings-Urlaubsort für ein paar Stunden ganz auf Flandern zu stylen, denn Anne-Catherine kommt aus Limbourg in der Provinz Lüttich, ihr Denis aus Leuven, der Hauptstadt der Provinz Flämisch-Brabant. Flämisch ist auch das Stichwort: Die Einwanderer aus dem Schweizer Kanton Wallis, die vor mehr als 700 Jahren u. a. Warth und Schröcken besiedelten, hätten sich wohl nie träumen lassen, dass in „ihrer“ Kirche einmal eine Hochzeitsmesse in flämischer Sprache gefeiert würde. Denn dazu hatten die belgischen Gäste auch ihren Seelsorger Luc Sermeus und das Musik-Ensemble mitgebracht. Auch die Sängerin Hilde sowie den Pianisten Marc, die die Feier im Berghaus Schröcken musikalisch gestalteten. Sogar den Blumenschmuck für Kirche und Berghaus brachten die Gäste aus Belgien mit – ein weißes Meer von Calla-Blüten. Zwischen Trauung und Feier im Berghaus spazierte die Hochzeitsgesellschaft zur Agape zur Älpler Stuba, wo die Braut früher oft zugekehrt ist, denn sie hat eine außergewöhnliche Beziehung zum Hochtannberg.

Skischülerin wurde Skilehrerin
Als Dreijährige war sie mit ihren Eltern erstmals nach Warth in den Urlaub gekommen – und ging natürlich auch in den Skikurs. Skilaufen hat sie fasziniert und sie entwickelte einen besonderen Ehrgeiz, dieses Hobby perfekt zu beherrschen. Jahre später buchte sie bei Paul Schwarzmann, heute Junior-Chef im Berghaus, einen Privatkurs, den ihr Skilehrer jedoch vorzeitig abbrach: „So wie du fährst, solltest du keinen Skikurs machen, sondern einen Skikurs geben“, riet ihr Paul – und Anne-Catherine fand die Idee so reizvoll, dass sie sich auf diese Aufgabe vorbereitete und einige Winter ihre Urlaube – Weihnachten, Ostern und manchmal auch noch dazwischen – dazu nützte, um am Salober in der Skischule zu unterrichten. „Es hat Spaß gemacht“, meint sie rückblickend im Gespräch mit den VN. Auf die Frage, ob sie ihren Denis am Ende als Skischüler kennengelernt hat, lacht sie schallend: „Das nicht, ich habe ihn in Belgien kennengelernt – Skifahren konnte er nicht, aber ich habe es ihm dann schnell beigebracht.“













