Traumhochzeit im Urlaubsparadies

Heimat / 17.04.2026 • 12:35 Uhr
Das erste Foto von Anne-Catherine und Denis als Frisch-Vermählte: Erinnerung an einen denkwürdigen Tag und Vorfreude auf den nächsten Urlaub am Hochtannberg.
Das erste Foto von Anne-Catherine und Denis als Frisch-Vermählte: Erinnerung an einen denkwürdigen Tag und Vorfreude auf den nächsten Urlaub am Hochtannberg. stp

Stammgäste aus Belgien feierten Saisonschluss am Hochtannberg auf spezielle Art und Weise.

Schröcken, Warth Für den Hochtannberg war es eine Bilderbuchsaison – und das Finale des Winters wäre es fast wert gewesen, für ein Werbe-Video verfilmt zu werden: Punktgenau hatte Frau Holle das Skigebiet zwischen Biberkopf, Widderstein, Juppenspitze und Warther Horn noch einmal in eine tiefwinterliche Berglandschaft getaucht.

Inmitten eines Meers von weißen Calla-Blüten gaben einander Anne-Catherine und Denis Hanjoul das Jawort.   
Inmitten eines Meers von weißen Calla-Blüten gaben einander Anne-Catherine und Denis Hanjoul das Jawort.  stp

Vielfältig „Äktsch’n“

Ein fast kitschiger Rahmen für vielfältige Aktionen: Auf den Pisten tummelten sich zahllose Skigäste in nostalgischem Outfit – die Skilifte Warth und Schröcken hatten nach dem Motto „We love the 80’s” eingeladen, das Saisonfinale wie anno dazumal zu feiern. Inklusive mitreißender Ausklang mit dem After-Party-Liebling Matty Valentino. Nur ein paar Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Hochtannberg-Passes hatte Kilian Albrecht zum Charity-Race zugunsten der Vorarlberger Special-Olympics-Bewegung geladen und ebenfalls zur gleichen Zeit hieß es beim Berghaus in Schröcken „Einsteigen bitte!“ für eine Skibus-Sonderfahrt, mit der Dutzende Fahrgäste zur Warther Pfarrkirche gebracht wurden, um mit Anne-Catherine und Denis aus dem fernen Belgien – mehr als 700 km vom Hochtannberg entfernt – Hochzeit zu feiern.

Bei der Agape zwischen Trauung und Hochzeitsfeier strahlte auch die Sonne mit dem Paar und seinen Gästen um die Wette.
Bei der Agape zwischen Trauung und Hochzeitsfeier strahlte auch die Sonne mit dem Paar und seinen Gästen um die Wette.stp

Für ein paar Stunden „flämisch“

Die fast 100-köpfige Hochzeitsgesellschaft hatte die Traumhochzeit bis ins Detail durchgeplant. Manche waren schon in der Karwoche angereist und hatten ihren Osterurlaub einfach verlängert, andere reisten erst nach Ostern an. Sie brachten alles mit, um ihren Lieblings-Urlaubsort für ein paar Stunden ganz auf Flandern zu stylen, denn Anne-Catherine kommt aus Limbourg in der Provinz Lüttich, ihr Denis aus Leuven, der Hauptstadt der Provinz Flämisch-Brabant. Flämisch ist auch das Stichwort: Die Einwanderer aus dem Schweizer Kanton Wallis, die vor mehr als 700 Jahren u. a. Warth und Schröcken besiedelten, hätten sich wohl nie träumen lassen, dass in „ihrer“ Kirche einmal eine Hochzeitsmesse in flämischer Sprache gefeiert würde. Denn dazu hatten die belgischen Gäste auch ihren Seelsorger Luc Sermeus und das Musik-Ensemble mitgebracht. Auch die Sängerin Hilde sowie den Pianisten Marc, die die Feier im Berghaus Schröcken musikalisch gestalteten. Sogar den Blumenschmuck für Kirche und Berghaus brachten die Gäste aus Belgien mit – ein weißes Meer von Calla-Blüten. Zwischen Trauung und Feier im Berghaus spazierte die Hochzeitsgesellschaft zur Agape zur Älpler Stuba, wo die Braut früher oft zugekehrt ist, denn sie hat eine außergewöhnliche Beziehung zum Hochtannberg.

Für die „Flämische Hochzeit“ hatte das Paar auch das Musik-Ensemble aus Belgien mitgebracht.   
Für die „Flämische Hochzeit“ hatte das Paar auch das Musik-Ensemble aus Belgien mitgebracht.  stp

Skischülerin wurde Skilehrerin

Als Dreijährige war sie mit ihren Eltern erstmals nach Warth in den Urlaub gekommen – und ging natürlich auch in den Skikurs. Skilaufen hat sie fasziniert und sie entwickelte einen besonderen Ehrgeiz, dieses Hobby perfekt zu beherrschen. Jahre später buchte sie bei Paul Schwarzmann, heute Junior-Chef im Berghaus, einen Privatkurs, den ihr Skilehrer jedoch vorzeitig abbrach: „So wie du fährst, solltest du keinen Skikurs machen, sondern einen Skikurs geben“, riet ihr Paul – und Anne-Catherine fand die Idee so reizvoll, dass sie sich auf diese Aufgabe vorbereitete und einige Winter ihre Urlaube – Weihnachten, Ostern und manchmal auch noch dazwischen – dazu nützte, um am Salober in der Skischule zu unterrichten. „Es hat Spaß gemacht“, meint sie rückblickend im Gespräch mit den VN. Auf die Frage, ob sie ihren Denis am Ende als Skischüler kennengelernt hat, lacht sie schallend: „Das nicht, ich habe ihn in Belgien kennengelernt – Skifahren konnte er nicht, aber ich habe es ihm dann schnell beigebracht.“ STP

Nicht nur einmal brachte Denis seine Anne-Catherine zum Lachen . . .   
Nicht nur einmal brachte Denis seine Anne-Catherine zum Lachen . . .  stp
Da muss man wirklich total verliebt in sein Urlaubsparadies sein, wenn man mit Familien, Freunden und Bekannten Hunderte Kilometer fährt, um dort zu heiraten. Anne-Catherine Bols aus Limbourg und Denis Hanjoul aus Leuven haben es getan – die Frisch-Getrauten werden mit Applaus aus der Warther Kirche begleitet. PETER STRAUSS
Da muss man wirklich total verliebt in sein Urlaubsparadies sein, wenn man mit Familien, Freunden und Bekannten Hunderte Kilometer fährt, um dort zu heiraten. Anne-Catherine Bols aus Limbourg und Denis Hanjoul aus Leuven haben es getan – die Frisch-Getrauten werden mit Applaus aus der Warther Kirche begleitet. peter strauss
Eine kleine „Vorhut“, die zur Warther Kirche vorausgeeilt war, vertrieb sich die Wartezeit mit Erinnerungs-Selfies.   
Eine kleine „Vorhut“, die zur Warther Kirche vorausgeeilt war, vertrieb sich die Wartezeit mit Erinnerungs-Selfies.  stp
Beim Hochzeits-Gottesdienst war das Brautpaar nicht nur „Passagier“, die beiden gestalteten die Feier aktiv mit.   
Beim Hochzeits-Gottesdienst war das Brautpaar nicht nur „Passagier“, die beiden gestalteten die Feier aktiv mit.  stp
Der große Augenblick: Pfarrer Luc Sermeus segnet die Ringe, die einander das Paar gleich gegenseitig anstecken wird.      
Der große Augenblick: Pfarrer Luc Sermeus segnet die Ringe, die einander das Paar gleich gegenseitig anstecken wird.    stp
Und noch eine symbolische Geste: Dem Paar wurde eine spezielle Kerze mit auf ihren weiteren gemeinsamen Lebensweg mitgegeben.   
Und noch eine symbolische Geste: Dem Paar wurde eine spezielle Kerze mit auf ihren weiteren gemeinsamen Lebensweg mitgegeben.  stp
Praktisch voll besetzt mit Hochzeitsgästen aus Belgien war die „Flämische Hochzeit“ in der stimmungsvollen Warther Kirche.   
Praktisch voll besetzt mit Hochzeitsgästen aus Belgien war die „Flämische Hochzeit“ in der stimmungsvollen Warther Kirche.  stp
Sogar die Musik für die Hochzeitsfeier im Berghaus Schröcken hatte das Paar aus Belgien mitgebracht.   
Sogar die Musik für die Hochzeitsfeier im Berghaus Schröcken hatte das Paar aus Belgien mitgebracht.  stp
Alwins Stammtisch – das Restaurant im Berghaus Schröcken – wurde für diesen Anlass ganz speziell mit Riesen-Wandposter ausgestattet.   
Alwins Stammtisch – das Restaurant im Berghaus Schröcken – wurde für diesen Anlass ganz speziell mit Riesen-Wandposter ausgestattet.  stp
Gastgeberin Steffi Schwarzmann in einem „Calla-Meer“ aus Belgien.
Gastgeberin Steffi Schwarzmann in einem „Calla-Meer“ aus Belgien.stp
Eine interessante Symbolik in Anspielung auf die biblische Hochzeit von Kana, wo Jesus Wasser in Wein verwandelte: Pfarrer Luc konnte dieses Wunder nicht vollbringen, stattdessen gab er dem Paar zwei Flaschen Wein mit auf den Weg.
Eine interessante Symbolik in Anspielung auf die biblische Hochzeit von Kana, wo Jesus Wasser in Wein verwandelte: Pfarrer Luc konnte dieses Wunder nicht vollbringen, stattdessen gab er dem Paar zwei Flaschen Wein mit auf den Weg.stp
Beim Auszug aus der Warther Pfarrkirche wurden Denis seine Anne-Catherine mit stürmischem Applaus beglückwünscht.   
Beim Auszug aus der Warther Pfarrkirche wurden Denis seine Anne-Catherine mit stürmischem Applaus beglückwünscht.  stp
Bei der Agape bei der Älpler Stuba nützten auch Einheimische die Gelegenheit, „ihren“ langjährigen Stammgästen zu gratulieren.   
Bei der Agape bei der Älpler Stuba nützten auch Einheimische die Gelegenheit, „ihren“ langjährigen Stammgästen zu gratulieren.  stp
Seit fast drei Jahrzehnten treuer Urlaubsgast am Hochtannberg gilt Anne-Catherine (im Bild mit Pfarrer Luc) hier schon fast als „Wahl-Wartherin“.
Seit fast drei Jahrzehnten treuer Urlaubsgast am Hochtannberg gilt Anne-Catherine (im Bild mit Pfarrer Luc) hier schon fast als „Wahl-Wartherin“.stp