Charity Race, “Malle” und Hochzeitsglocken

Am Hochtannberg wurde eine Traumsaison mit spektakulären Events beendet.
Warth Das Timing passte: Am letzten Wochenende einer erfolgreichen Saison war auf Pisten und vor allem beim Après-Ski am Hochtannberg noch einmal Vollgas angesagt – mit Schwerpunkt Samstag, der zu wunderbaren Pisten auch noch strahlendes Frühlingswetter bot. Am Sonntag fand es offenbar auch Petrus “zum Weinen”, dass die Saison beendet wird, obwohl die Pisten-Verhältnisse noch traumhaft waren. Grau in grau statt strahlend blau gab sich der Himmel und die Hardcore-Skifahrer und -Boarder ließen sich am Sonntag auch von vereinzelten Regentropfen nicht davon abhalten, die Pisten bis zur letzten Liftfahrt auszukosten.

Für die Geschichtsbücher
Das letzte Wochenende der Saison wird wohl dank der einzigartigen Vielfalt von Events in die Geschichtsbücher der Walsergemeinden Warth und Schröcken eingehen: In Warth lud Kilian Albrecht am Vortag seines 53. Geburtstags – die VN berichteten – zur vierten Auflage des Charity-Race zugunsten der Vorarlberger Special-Olympics-Bewegung. Nur einen Schneeballwurf vom Renngelände entfernt läuteten zur gleichen Zeit die Glocken für eine außergewöhnliche Hochzeit: An die 100 Hochzeitsgäste waren aus dem über 700 Kilometer entfernten Belgien angereist, um dabei zu sein, wenn sich langjährige Stammgäste in der Kirche ihres Lieblings-Urlaubsortes das Ja-Wort geben. Manche von ihnen – meist ebenfalls Stammgäste am Hochtannberg – waren schon in der Karwoche in den Bregenzerwald gekommen und verlängerten ihren traditionellen Osterurlaub bis zum Weißen Sonntag.

War auf der einen Seite des Tannbergpasses feierliche Stimmung und feiner Zwirn angesagt, so stand auf der anderen Seite am Salober nostalgisches Outfit und “Malle-Atmosphäre” auf dem Programm, denn am “berühmtesten” Skiberg des Landes wurde der Saisonschluss traditionell nostalgisch gefeiert – und heuer auch mit einem echten Kracher: After-Party-Liebling Matty Valentino und DJ Kayce sorgten für eine Stimmung, die an Mattys Auftritte in Deutschlands südlichstem Bundesland – Mallorca – erinnerte: Der bald 50-jährige Tiroler, 1976 in Innsbruck als Matthias Palfinger geborene Star der Partyszene vom Semmering bis zum Lauberhorn und nach Malle brachte die Arena rund um die S 1 Ski Lounge zum Beben.
Da konnten es die vielen Fans auch verschmerzen, dass der Matty-Auftritt zeitlich knapp geplant werden musste. Rund 200 Auftritte absolviert der Party-Star jedes Jahr – und am Hochtannberg musste er sich beeilen, Hunderte Kilometer weiterzuziehen, denn schon am nächsten Tag wurde er in der Steiermark erwartet, wo er seine Fans mit den Hits “Hurra die Gams”, “Auffe auf’n Berg” oder “Ski you later” begeisterte.
DJ Kayce bis zum Abwinken
Den bunt gemischten Partygästen schmerzte der Abschied von Matty kaum, denn DJ Kayce, der schon für das “Aufwärm-Programm” gesorgt hatte, setzte nahtlos fort, wo Matty aufgehört hatte. Skilifte-Geschäftsführer Klaus Wiethüchter und Prokurist Siegi Hollaus hatten allen Grund, sich zufrieden unter die Partygäste zu mischen.

Back to the 80 s reichte nicht
Reizvolles Kontrastprogramm zu den poppig gekleideten Partytigern: die Ski-Oldies, die der Einladung zum Nostalgiefest “Back to the 80 s” gefolgt waren. Seit vielen Jahren treffen sich zum Saisonfinale seltsam gewandete Skifahrerinnen und Skifahrer, die mit Ausrüstungen aus früheren Zeiten ihre Spuren ziehen. Ski und Kleidung der 1980er-Jahre reichen dabei manchen nicht – so schnallen etwa die Mitglieder der Tannberg-Telemarker Geräte an, die zur Zeit der Warther Skischul-Gründung topaktuell waren – und das war exakt vor 100 Jahren, 1926. STP












