40.000 Kilometer für Feldkirchs Senioren

Heimat / 04.05.2026 • 14:48 Uhr
Fast dreißig Piloten der Seniorenbörse Feldkirch sind mit drei Rikschas täglich im Einsatz. CHRISTIAN LINS
Fast dreißig Piloten der Seniorenbörse Feldkirch sind mit drei Rikschas täglich im Einsatz. christian lins

Seit einem Jahrzehnt bringen drei Rikschas ältere Menschen wieder hinaus.

Feldkirch Seit einem Jahrzehnt ist “Radeln ohne Alter” in Feldkirch mehr als nur ein Projekt, es ist gelebte Nachbarschaft und ein Stück Lebensqualität für Menschen, die nicht mehr so mobil sind wie früher. Rund 40.000 Kilometer haben die Rikschas der Seniorenbörse Feldkirch in diesem Zeitraum zurückgelegt, getragen von einer engagierten Mannschaft mit fast dreißig ehrenamtlichen Pilotinnen und Piloten, die alle eine fundierte Einschulung absolvieren müssen, bevor sie selbst fahren dürfen, denn die Verantwortung ist groß, schließlich vertrauen ihnen ältere Menschen ihr Wohlbefinden und ihre Sicherheit an. “Man muss das beherrschen”, sagt Initiator Wolfgang Kühne, der bewusst auf ausgebildete Qualitäts-Piloten setzt, und ergänzt: “Die Fahrer haben eine enorme Verantwortung, das ist nicht ohne.”

Gründer und Initiator: Wolfgang Kühne freut sich zum Jubiläum.
Gründer und Initiator: Wolfgang Kühne freut sich zum Jubiläum.

Gefahren wird fast täglich, abgeholt werden die Seniorinnen und Senioren direkt vor ihrer Haustür oder in Einrichtungen wie dem Nofels, dem Haus Gisingen, dem Haus Schillerstraße oder dem Haus Tosters, von dort aus führen die rund einstündigen Touren zu vertrauten Orten in und um Feldkirch, Standardstrecken sind etwa der Egelsee, der Illspitz oder Runden rund um den Ardetzenberg, auch die Feldkircher Innenstadt gehört zu den regelmäßig angefahrenen Zielen.

Viele Plätze in und um Feldkirch werden angefahren.
Viele Plätze in und um Feldkirch werden angefahren.

Die Routen werden bewusst gewählt und geplant, dabei wird auch die Polizei mit Rat und Tat eingebunden, um sichere Streckenführungen zu gewährleisten, es sind keine spektakulären Ausflüge, sondern Wege, die Erinnerungen wecken und Gespräche entstehen lassen, genau darin liegt der besondere Wert dieser Fahrten. Besondere Höhepunkte im Jahresverlauf sind gemeinsame Ausfahrten zu Veranstaltungen wie dem Poolbar Festival, Gauklerfest, die Lichtstadt oder zur Schwertlilienblüte, wenn alle drei Rikschas gleichzeitig unterwegs sind und den Fahrgästen auch die Teilnahme an solchen Events ermöglichen, die sie sonst oft nicht mehr besuchen könnten.

Die Piloten sind aber stets gefordert.
Die Piloten sind aber stets gefordert.

Mit aktuell drei Rikschas ist das Angebot solide aufgestellt, zwei Fahrzeuge standen am Anfang, eine dritte konnte durch Spenden angeschafft werden, zahlreiche Sponsoren aus der Region unterstützen das Projekt zusätzlich, eine Rikscha kostet rund 13.000 Euro. Die ersten beiden Modelle wurden aus Dänemark und den Niederlanden nach Feldkirch geholt, auch die Stadt Feldkirch trägt zur Absicherung des Angebots bei, diese Mischung aus öffentlicher Unterstützung, privaten Förderern und Ehrenamt bildet das Fundament der Initiative. Voll besetzt bringen die Rikschas mit Fahrgast und Fahrer rund 250 Kilogramm auf die Straße, was die Anforderungen an Technik und Fahrkönnen zusätzlich unterstreicht, für Wolfgang Kühne ist klar, dass es auch in Zukunft vor allem um Qualität gehen wird. Die Fahrten sollen verlässlich stattfinden, die Betreuung persönlich bleiben und das Erlebnis für die älteren Menschen im Mittelpunkt stehen, denn am Ende zählt nicht die Zahl der Kilometer, sondern das, was jede einzelne Fahrt auslöst, ein Lächeln, ein Gespräch und das Gefühl, wieder ein Teil des öffentlichen Lebens zu sein. VN-TK

Verschiedene Plätze sind Schauplatz der Rikscha-Ausfahrten.
Verschiedene Plätze sind Schauplatz der Rikscha-Ausfahrten.
Große Freude bei älteren Menschen.
Große Freude bei älteren Menschen.
Große Feste werden besucht.
Große Feste werden besucht.