Muttergotteskapelle an der Buxwaldstraße

Die ursprüngliche Kapelle in Jetzmunt stammt aus dem späten 17. Jahrhundert
Bartholomäberg In Bartholomäberg befindet sich unmittelbar bei der Bushaltestelle Obergantschier im Ortsteil Jetzmunt eine kleine Kapelle, deren Geschichte bis ins späte 17. Jahrhundert zurückreicht. Das im Grundriss nur etwa drei mal vier Meter messende Gotteshaus wurde im Jahr 1689 errichtet. Es ist bis zum Dachstuhl aus Natursteinen gemauert und weist dadurch einen in der Region eher untypischen Charakter auf, da es im Gegensatz zu den meisten anderen Kapellen nicht verputzt wurde. Das Satteldach, das am First keinen Dachreiter aufweist, wurde bei einer umfassenden Renovierung im Jahr 2007 mit Schieferplatten neu eingedeckt. An der verputzten südseitigen Seite des Giebels befindet sich ein Fresko der Muttergottes mit dem Jesuskind, eine Mariahilf-Darstellung nach cranachschem Vorbild, künstlerisch aber sehr bescheiden ausgeführt. Daneben verweisen die Jahreszahlen “1689” und “2007” auf Entstehung und Renovierung.
Der Zugang in den Innenraum erfolgt im Süden von der Straßenseite durch eine rundbogige Holztüre, neben der sich ostseitig ein riesiger Rosenstock befindet. Die Türe ist im oberen Teil anstelle eines Fensters mit einem engmaschigen Gitter versehen. Ein Rundfenster mit einer Natursteinumrahmung stellt an der Ostseite der Kapelle eine weitere Lichtquelle für den Innenraum dar, in dem sich keine Betbänke befinden, sodass der Blick ganz auf den Altar gerichtet ist.

Dieser schlichte, eher volkstümliche Holzaltar steht auf einer dicken hölzernen Mensa. Der Stipes darunter ist am Sockel und auf beiden Seiten marmoriert. Er wird dominiert von einem Rundbogen-Gemälde, das sechs Personen inmitten der Flammen des Fegefeuers darstellt. Seitlich des Rundbogens wurde der entstandene Freiraum mit Eichenblättern und Eicheln verziert.
Der vom Stil her neugotische Altaraufsatz – ein klassischer Pestaltar – dürfte wohl erst im 19. Jahrhundert hergestellt worden sein, geht aber möglicherweise auf eine frühere Vorlage zurück. Vielleicht war es die Absicht des Künstlers, mit seiner Gestaltung des Altars auf die Zeit der Errichtung der Kapelle im 17. Jahrhundert zu verweisen. Auch die beiden Bilder auf den Altarflügeln könnten darauf hinweisen. Immerhin war die Pest zur damaligen Zeit eine ständig drohende Gefahr. So war die Verehrung der hier dargestellten beiden Pestheiligen, des hl. Sebastian und des hl. Rochus, damals weit verbreitet, gerade auch in unserer Region sehr beliebt. Beispiele für Darstellungen der beiden gibt es in zahlreichen Gotteshäusern im Oberland. Die beiden sind mit ihren typischen Attributen dargestellt, Sebastian mit den Pfeilspitzen und Rochus mit der Pestwunde über dem Knie.
Das zentrale Bild des Altars ist eine Pietà-Darstellung vor einem dunklen Hintergrund, die allerdings wie letztlich der gesamte Altar aus künstlerischer Sicht nicht sonderlich wertvoll erscheint. Von ihrer Gewandung her könnte man die Mater Dolorosa dem Dominikanerinnenorden zuordnen; darauf deutet auch der Rosenkranz als häufiges dominikanisches Motiv hin. OS