Wetterfühligkeit

04.05.2018 • 06:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Empfindlichen Menschen dröhnt bei bestimmten Wetterlagen regelmäßig der Kopf, sie sind schlaff und abgeschlagen und der Kreislauf spielt verrückt.
Empfindlichen Menschen dröhnt bei bestimmten Wetterlagen regelmäßig der Kopf, sie sind schlaff und abgeschlagen und der Kreislauf spielt verrückt.

Wenn das Wetter krank macht.

Schwarzach Zuerst Frühsommer statt Aprilwetter, dann wieder eine Abkühlung auf maximal neun Grad. Dass diese Wetterumschwünge belastend sind, spüren die meisten Menschen am eigenen Leib. Kein Wunder, hat doch das Wetter großen Einfluss auf unseren Körper. Es kommt zu Müdigkeit und Arbeitsunlust, Appetitlosigkeit, Gereiztheit, Nervosität, Konzentrationsstörungen und Leistungsabfall. Aber auch Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne und Augenflimmern treten auf. Das wirkt sich natürlich auch auf die Arbeitsleistung aus. Doch ist Wetterfühligkeit auch eine anerkannte Krankheit? Jein, wäre die richtige Antwort, denn es gibt in der Medizin keine Parameter, mit denen man Wetterfühligkeit messen könnte. Und trotzdem ist Wetterfühligkeit keine Einbildung der Betroffenen.

Keine Krankheit

Unter dem Begriff „Wetterfühligkeit“ verstehen Fachleute das Phänomen, dass Menschen bei bestimmten Wetterlagen verstärkt Beschwerden wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schlafproblemen und Gelenkschmerzen empfinden. Laut Angaben des Roten Kreuzes sind es in Österreich sogar bis zu 23 Prozent, die von wetterbedingten Beschwerden betroffen sind. Was dabei im Körper abläuft, erklärt die medizinische Meteorologin Christina Kopp wie folgt: „Der Körper will seine ,Betriebstemperatur‘ von 37 Grad aufrechterhalten und muss daher ständig auf die Temperatur der Umwelt reagieren.“ Nachgewiesene Zusammenhänge zwischen Wetterlagen und dem körperlichen Wohlbefinden sind Blutdruckprobleme. Wenn es draußen warm wird, dehnen sich die Blutgefäße aus und der Blutdruck sinkt. Bei Menschen mit ohnehin niedrigem Blutdruck kann das Symp­tome wie Schwindel und Übelkeit hervorrufen. Oder, wenn auf der Rückseite eines Tiefdruckgebiets kühlere Luft herangeführt wird und die Temperatur sinkt, versucht der Körper die Abgabe von Wärme zu verringern. Dafür werden unter anderem die peripheren Blutgefäße verengt und der Blutdruck steigt kurzfristig an.

Organismus trainieren

Dennoch gilt: Die Beschwerden sollten unbedingt ernst genommen und vom Arzt abgeklärt werden. Die Expertin rät zu einem Spaziergang in der Natur: „Das Problem vieler Menschen ist, dass sie sich sehr lange in geschlossenen Räumen aufhalten“, sagt Kopp. Der Körper sei dann seltener Temperaturwechseln ausgesetzt. „Besser ist dagegen, auch bei Kälte, Wind und Regen rauszugehen.“ So werde der Organismus trainiert. cro