Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Sportler: Mittel zum Zweck

Kultur / 07.02.2014 • 20:00 Uhr

Die Olympischen Spiele sind ins Gerede gekommen. Denn ohne Demonstration von Macht und Geld, ohne Einflussnahme von Politik und ohne Betrug und Skandale hat es kaum einmal die vermeintliche Völkervereinigung durch die Spiele gegeben. Das war schon ganz am Anfang so, als im Jahre 776 vor Christus die ersten Spiele im griechischen Olympia abgehalten wurden. Die Vorgeschichte der Spiele wurde damals bestimmt durch Lug, Trug und Mord.

Viel scheint sich nicht geändert zu haben. Wenn es auch nicht gerade um Mord geht, so ist doch schon die Vergabe der Spiele immer wieder von anderen denn sportlichen Überlegungen bestimmt. Sehr oft auch von politischen oder materiellen. Man erinnere sich an die Spiele 1936 in Berlin, die von den Nationalsozialisten als reines Propagandainstrument missbraucht wurden. Nicht viel anders 1980, als die damalige Sowjetunion in Moskau die Muskeln spielen ließ, weshalb die USA ihren Sportlern die Teilnahme untersagten. Und Peking 2008 hatte auch kaum eine andere Aufgabe, als die Diktatur in China in ein besseres Licht zu rücken. Dass Geld den Sport regiert, zeigte sich 1996, als die Sommerspiele aus rein finanziellen Gründen nach Atlanta, damit auch an Coca-Cola vergeben wurden, obwohl historische Gesichtspunkte für Athen gesprochen hätten, denn dort, in Griechenland, wurden hundert Jahre früher, also 1896, die Olympischen Spiele von Pierre de Coubertin neu begründet. Athen wurde erst 2004, weit vom Jubiläum, berücksichtigt. Nicht viel besser ging es mit den Winterspielen 2002 in der Mormonenstadt Salt Lake City. Und all das findet nun seine Fortsetzung in den Spielen in Sotschi, bei denen Wladimir Putin der Welt zeigen will, wie toll er ist.

Wir können davon ausgehen, dass das Internationale Olympische Komitee, das die Spiele vergibt, käuflich ist, wie ja Skandale aus jüngster Zeit zeigen. Daran wird sich wohl auch nichts ändern. Wie meinte doch unser Olympiasieger Anton Innauer: „Die Macher sind jene, die Spiele vergeben oder sie bekommen und jene, die damit verdienen. Noch nie gab man sich so wenig Mühe, das zu verbergen wie in der Gegenwart. Die Sportler sind Mittel zum Zweck.“ Damit ist alles gesagt.

walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
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