Das war Kunst in Österreich
In genau einem Monat geht im Landesmuseum in Bregenz die Ausstellung „Das ist Österreich“ zu Ende. Es ist also noch ausreichend Zeit für einen Besuch, der ganz besonders zu empfehlen ist. Die unglaublich vielschichtige Schau füllt den ganzen dritten Stock des Museums und zeigt österreichische Kunst zwischen 1914 und 1938, also im Wesentlichen die Kunst der ersten Republik. Natürlich sind da viele bekannte Namen dabei, mindestens ebenso viele aber, die nicht allgemein bekannt, ungeachtet dessen aber beachtenswert sind. Im Katalog wird nicht nur die Ausstellung aufgearbeitet (Bild für Bild mit einem ausführlichen Text und Literaturhinweisen), es werden darüber hinaus auch noch verschiedenste Aspekte der Kunst dieser Zeit beleuchtet. Verantwortlich für Ausstellung und Katalog ist Christoph Bertsch, Professor am Kunsthistorischen Institut der Universität Innsbruck.
Viel Politisches gibt es hier zu sehen, was angesichts der Zeit kein Wunder ist: Weltkrieg, Zerfall der Monarchie, Erste Republik und dann auch schon die Schatten des aufkommenden Nationalsozialismus und die dunklen Wolken des Zweiten Weltkrieges. Eine dramatische Zeit, die dramatische Kunst hervorruft, eine Zeit, in der Menschen ebenso wie Kunst immer mehr als abartig, verwerflich und damit letztlich unnütz eingestuft, somit auch der Verfolgung und am Ende der Vernichtung ausgesetzt werden. Große Namen gehören in diese Zeit: Albin Egger-Lienz oder Alfons Walde mit ihren Bildern zum Krieg, Oskar Kokoschka als einer der wichtigsten österreichischen Maler des vergangenen Jahrhunderts oder Ernst Nepo. Natürlich sind auch die großen Vorarlberger prominent mit dabei: Rudolf Wacker als wichtigster Vorarlberger Vertreter dieser Zeit ist vielfach präsent; Edmund Kalb mit mehreren Selbstbildnissen; Herbert von Reyl-Hanisch wird der Platz eingeräumt, der ihm gebührt, besonders seinem vielleicht beeindruckendsten Bild „Die Verfolgung“; Oswald Baer mit seinem außergewöhnlichen „Selbstbildnis mit Spiegelbild“; Fritz Krcal mit dem Porträt der „Miss Adele Fitzgibbon“; Rudolf Högler mit seinem wunderbaren „Fischermädchen aus Patmos“; der Bildhauer Albert Bechtold mit seiner Büste von Rudolf Wacker.
Es ist eine umfangreiche Ausstellung, eine Führung macht Sinn. Es seien deshalb die Führungen des Kurators am 18., 19. und 30. September empfohlen. Ausdrücklich!
Es ist eine umfangreiche Ausstellung, eine Führung macht ausdrücklich Sinn.
walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.
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