Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Kunst, bestens präsentiert

Kultur / 21.06.2019 • 20:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Am Mittwoch wurde im Vorarlberg Museum der Katalog über „Kunstankäufe des Landes Vorarlberg 2016 -2018“ vorgestellt. Aufgelegt wird der Katalog vom Museum und von der Galerie allerArt in Bludenz im Auftrag des Landes. Erschienen ist er im Bucher Verlag und gezeigt werden alle 40 Künstlerinnen und Künstler, von denen ein Ankauf getätigt wurde. Ankäufer für diese drei Jahre waren Claudia Voit und Peter Niedermair. So viel zur offiziellen Information.

Wichtiger aber ist der Inhalt – und der ist beispielgebend. Erstmals wurde hier nämlich der genaue Vorgang bei den Ankäufen dokumentiert, es wurden die Kriterien offengelegt, nach denen Ankäufe getätigt wurden, alle Arbeiten sind mit einem Blatt im Katalog, der eigentlich eine Mappe ist, aufgenommen, auf der einen Seite die Arbeit, auf der anderen ein ausführlicher Text zu Künstlerin oder Künstler und Werk. Eine höchst profunde Arbeit, die von den beiden Ankäufern vorgelegt wurde. Dazu noch ein beigelegter Textband, in dem einerseits von den Ankäufern, andererseits von am Projekt Beteiligten viel Wissenswertes beigesteuert wird. Und schließlich, zur Draufgabe: Im YouTube-Kanal des Museums sind Interviews der Ankäufer mit den Angekauften zu sehen. Eine Fülle also an Information, die da geboten wird. Dafür höchstes Lob. Das kommt übrigens auch von Künstlerseite, beispielsweise von Marianne Greber: „Das Wesentliche ist, dass Claudia Voit und Peter Niedermair das persönliche Gespräch suchten, im Atelier erschienen, ihren Rahmen eines möglichen Ankaufs präzise erklärten und sich in die entsprechende Künstlermaterie vertieften.“

Allerdings: Gerade so viel Positives lässt auch weiterdenken. Es gibt nun den Katalog, es gab davor schon Ausstellungen dazu bei allerArt – die Arbeiten aber kommen jetzt ins Depot des Museums, wo schon viele andere aus vielen Jahren Ankaufstätigkeit liegen. Und dort bleiben sie, bis man die eine oder andere wieder zu besonderem Anlass, etwa einer Ausstellung, zu Gesicht bekommt. Und weil das schade ist, kommt einem wieder in den Sinn, dass eine Landesgalerie, in der wechselnde Ausstellungen Vorarlberger Kunst gezeigt werden könnten, doch etwas Schönes wäre. Wir kennen ein hervorragendes Beispiel: Die vor Kurzem eröffnete, von den Vorarlberger Architekten marte.marte geplante Landesgalerie Niederösterreich an markantem Platz in Krems. In Bregenz soll ja auch ein neues Zentrum um den neuen Bahnhof entstehen – vielleicht sollte man da noch genauer über einen Platz für die Kunst nachdenken.

„Vielleicht sollte man da noch genauer über einen Platz für die Kunst nachdenken.“

Walter Fink

walter.fink@vn.at

Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.