Interview mit Meistertrompeter Joo Kraus: „Immer aber mit Herz und Seele“

Kultur / 18.12.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Der ausgezeichnete deutsche Jazztrompeter Joo Kraus kommt zum Festival am Saumarkt.

Feldkirch Er ist überzeugt davon, dass Musik die Menschen glücklicher macht und lebt das auch. Joo Kraus erzählt über seinen Werdegang und legt seine Standpunkte dar.

Herr Kraus, Sie haben den EchoJazz als bester Trompeter erhalten, gelten als Ausnahmetrompeter. Wie wird man das?

Bei uns zuhause war es schon immer normal, Musik zu machen, mit acht Jahren spielte ich erst Klavier, dann Schlagzeug und Gitarre, mit zehn Jahren dann Trompete, mit vielleicht 15 dann entdeckte ich Bigband Jazz und kurz darauf die Funkmusic und Blackmusic, dann war es um mich geschehen: Ich wollte Musiker werden, habe eine Zeit lang geübt wie ein Verrückter und einfach immer weitergemacht, bin immer interessiert und offen geblieben.  

Sie sind aber nicht nur Instrumentalist, sondern haben sich auch einen Namen als Komponist gemacht. Was zeichnet Ihre Kompositionen aus?

Wahrscheinlich ist die Vielfalt das, was meine Kompositionen eint. Ich schreibe für Bands wie Dephazz, für Schulbigbands, für Tina Turner, Theater- und Filmmusik – nie wirklich abstrakt, immer aber mit Herz und Seele.

Für welche Instrumente komponieren Sie?

In letzter Zeit habe ich immer mehr für Streicher, aber auch für komplettes Orchester oder für Bigbands geschrieben. Da kommt einem zugute, wenn man selbst viele Instrumente ein bisschen spielen kann.

Sie arbeiten sehr viel mit hochkarätigen MusikerInnen und Musikgruppen zusammen. Was sind denn Ihre Kriterien für die Wahl der musikalischen PartnerInnen?

Je älter ich werde, desto weniger wichtig ist für mich der Musikstil, den jemand spielt, oder auch das individuelle Können, in gewissem Rahmen jedenfalls. Viel wichtiger wird mir immer mehr, mit welchem Spirit jemand Musik macht und wie sie oder er als Mensch tickt.

Welchen Stellenwert messen Sie der musikalischen Bildung junger Menschen bei?

Musik macht Menschen besser und glücklicher, davon bin ich überzeugt! Deswegen glaube ich an die große Bedeutung, die es hat, Musik jungen Menschen nahezubringen, genauso wichtig wie Sport, und wichtiger als Mathematik wahrscheinlich. Aus diesem Grund bin ich auch drei bis vier Wochen im Jahr an Schulen und gebe Workshops für Schülerbands.

Sie treten im Rahmen des Saumarkt-Neujahrsjazzfestivals in Feldkirch auf. Was dürfen wir von Ihrem Konzert erwarten?

Ich habe tatsächlich nach all den Jahren immer noch den Anspruch, jeden Abend mein Bestes zu geben. In diesem Konzert werde ich vor allem Songs meines letzten Albums „JooJazz“ spielen, mit einer sehr feinen Besetzung: Veit Hübner am Bass, Ulf Kleiner am Piano und Thommy Baldu an den Drums!

Neujahrsjazzfestival

Norbert Dehmkes Special Choice

Jänner, 20.15 Uhr

Joo Kraus & Band

Jänner 20.15 Uhr

Markus Bischof Trio

Jänner, 20.15 Uhr