Publikumsliebling und Charakterdarsteller

Kultur / 12.04.2022 • 19:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Michael Degen durchlitt unter den Nazis das Schicksal des Verfolgten. APA, dpa
Michael Degen durchlitt unter den Nazis das Schicksal des Verfolgten. APA, dpa

Schauspieler Michael Degen im Alter von 90 Jahren gestorben.

Hamburg Mit unterschiedlichen Rollen in Theater, Film und Fernsehen erlangte der 1932 geborene Künstler Ansehen und Popularität. Micheael Degen ist im Alter von 90 Jahren in Hamburg gestorben. Ihm gelang es auch als Autor Aufsehen zu erregen, mit oft autobiografisch inspirierten Büchern wie „Nicht alle waren Mörder. Eine Kindheit in Berlin“. In der 2006 von Jo Baier verfilmten Geschichte erzählt Degen von Ereignissen, die ihn sein Leben lang nicht loslassen sollten: Sein jüdischer Vater Jakob starb 1940 an den Folgen seiner KZ-Haft. Um ihrer Deportation zu entgehen, verbrachten Michael und seine Mutter Anna einige Kriegsjahre als Untergetauchte in Berlin. 1986 musste er erleben, dass Neonazis seine Wohnung verwüsteten und er Morddrohungen erhielt, nachdem er gegen ein Treffen von SS-Veteranen protestiert hatte.

Allgemein präsent war der Schauspieler zuletzt als Vice-Questore Patta in der Donna Leon-Krimiserie. Doch der Akteur hat alles gespielt, ob Shakespeare, Molière oder Brecht, an ersten Häusern in Berlin, München oder auch Hamburg, unter Regiestars wie Peter Zadek („Ghetto“), George Tabori und Ingmar Bergman. Vielfach war er auch in Österreich präsent, wo man ihn etwa im Theater in der Josefstadt erleben konnte. 1998 gab er den Tod im Salzburger Festspiel-“Jedermann“. Degen hat auch selbst als Regisseur gearbeitet. 1949 war er als 17-Jähriger nach Studium und erstem Engagement am Deutschen Theater Berlin auf Wunsch seiner Mutter für einige Jahre nach Israel ausgewandert und kehrte einige Jahre später nach Deutschland zurück, um den Beruf des Schauspielers ausüben zu können.

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