Nachfolgesuche wird in diesem Herbst gestartet

Kultur / 12.05.2022 • 22:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Elisabeth Sobotka mit Hans-Peter Metzler bei der Bestellung 2012. Seit 2015 leitet sie die Bregenzer Festspiele.  VN/Steurer
Elisabeth Sobotka mit Hans-Peter Metzler bei der Bestellung 2012. Seit 2015 leitet sie die Bregenzer Festspiele.  VN/Steurer

Intendantin Elisabeth Sobotka verlässt die Bregenzer Festspiele
und leitet ab der Saison 2024/25 die Berliner Staatsoper.

Bregenz „Wir haben noch drei Sommer gemeinsam“, lautete der erste Kommentar von Präsident Hans-Peter Metzler zum Weggang von Intendantin Elisabeth Sobotka von den Bregenzer Festspielen. Wichtig für das Unternehmen sei es, dass der Vertrag nicht verfrüht, sondern so wie bisher geplant beendet wird.

Das heißt, dass Elisabeth Sobotka noch bis zum Ende der Saison 2024 die Bregenzer Festspiele künstlerisch verantwortet. Somit mache sie „zehn Jahre voll“, sagte der Präsident mit einiger Betroffenheit über den Abschied von einer erfolgreichen Intendantin, aber auch mit einem „sehr positiven Blick“ auf die Tatsache, dass die Bestellung Sobotkas zur Intendantin der Berliner Staatsoper und damit an eines der weltweit führenden Häuser im Musiktheaterbereich für sie wohl „eine Krönung“ bedeute. Dass Elisabeth Sobotka von Berlin angefragt wurde, spreche auch für die Bregenzer Festspiele und für die Arbeit, die sie hier gemacht hat.

Im guten Einvernehmen

Metzler: „Ich sehe das in Summe, auch wenn das nun einiges an Unruhe mit sich bringt.“ Es dürfe nicht vergessen werden, dass die Festspiele nun mit „Madama Butterfly“ eine neue Seebühnenproduktion vor sich haben und dass Elisabeth Sobotka daraufhin den „Freischütz“ auf dem See bereits geplant hat. „Wir haben heuer auch noch vieles im Festspielhaus und an weiteren Spielorten vor. Es ist wichtig, dass alles im guten Einvernehmen passiert ist.“ Es habe aufgrund der massiven Anfragen aus Berlin zuletzt gute Gespräche gegeben. Am Mittwochnachmittag hat der Berliner Bürgermeister Klaus Lederer die Bestellung von Elisabeth Sobotka als Intendantin der Staatsoper Unter den Linden bestätigt.

„Ich freue mich sehr über die neue Aufgabe, wenngleich mir der Abschied aus Bregenz sehr schwer fallen wird“, erklärte Sobotka. Sie sieht die Berliner Staatsoper, an der sie mehrere Jahre als Operndirektorin tätig war, als Haus mit wundervollen Möglichkeiten, wird aber die Bregenzer Festspiele als „außergewöhnlichen Ort mit einer außergewöhnlichen Magie“ sehr vermissen.

Nach der diesjährigen umfangreichen Saison mit mehreren Uraufführungen wird Sobotka somit noch zwei weitere Festspieljahre in Bregenz gestalten. Die Suche nach einer Nachfolgerin will Hans-Peter Metzler nach der Saison 2022 starten. Ein „professioneller Prozess“ soll dazu führen, dass Ende des Jahres feststeht, welche Persönlichkeit die Festspiele ab dem Jahr 2025 künstlerisch leitet. Die Bestellung von Elisabeth Sobotka in Bregenz, die nach ihrer Tätigkeit in Berlin von 2009 bis 2014 Intendantin der Oper Graz war, erfolgte bereits unter der Präsidentschaft von Hans-Peter Metzler. VN-cd

„Dass Sobotka von Berlin angefragt wurde, spricht auch für die Bregenzer Festspiele.“

Die Bühne für „Madama Butterfly“, die neue Produktion auf dem See, ist so gut wie fertig. Die Premiere ist am 20. Juli.
Die Bühne für „Madama Butterfly“, die neue Produktion auf dem See, ist so gut wie fertig. Die Premiere ist am 20. Juli.
Intendantin Sobotka und Präsident Metzler: Neben zwei neuen Seeproduktionen ist in Bregenz noch viel vorgesehen. Stiplovsek
Intendantin Sobotka und Präsident Metzler: Neben zwei neuen Seeproduktionen ist in Bregenz noch viel vorgesehen. Stiplovsek