“Das ist ein Meilenstein”

Kultur / 13.05.2022 • 21:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Vorarlberger Fagottistin Johanna Bilgier gewinnt wichtigen Musikwettbewerb.

Wien, Hittisau Viel Ausdauer musste Johanna Bilgeri, die 21-jährige Fagottistin aus dem Bregenzerwald, neben allen Herausforderungen, die die Teilnahme an einem groß aufgezogenen, internationalen Musikwettbewerb mit sich bringt, auch noch beweisen. Denn das Finale des zum zweiten Mal durchgeführten mdw Great Talent Award wurde seit November letzten Jahres pandemiebedingt immer wieder verschoben. Nun überzeugte sie die Jury im Wiener Haydn-Saal mit der Interpretation von Johann Nepomuk Hummels „Grand Concerto für Fagott und Orchester“ sowie dem „Concertino für Fagott und Orchester“ von Marcel Bitsch. Beides sind Werke aus dem Repertoire, das sie beim Start in den Contest angeben musste.

Neben der Mezzosopranistin Helene Feldbauer und dem Geiger Paul Kropfitsch (die ex aequo den zweiten Platz belegen) kam sie ins Finale und erspielte schließlich den mit 10.000 Euro dotierten ersten Platz. „Erst danach habe ich bemerkt, wasfür eine Last es war, die Leistung genau in diesem Moment abrufen zu können“, erzählt Bilgeri im Gespräch mit den VN: „Man ist dann auch körperlich total fertig.“

Fixes Mitglied des SOV

Aufgrund des Wettbewerbstermins sitzt die Fagottistin, die schon mehrere Auftritte vor verschiedenen Juroren jeweils erfolgreich gemeistert hat, an diesem Wochenende nicht in den Reihen des Symphonieorchesters Vorarlberg, das in Feldkirch und Bregenz Konzerte gibt. Grundsätzlich ist sie seit Mai dieses Jahres aber fixes Orchestermitglied und vor allem in der kommenden Saison so oft dabei, wie sie es sich neben dem Studium in Wien einteilen kann. In Vorarlberg ist sie in letzter Zeit auch mit der Camerata Musica Reno unter der Leitung von Tobias Grabher aufgetreten. Das aus jungen Musikerinnen und Musikern zusammengesetzte Orchester hat mit Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ ein begeisterndes Debüt absolviert und widmete sich bisher auch Werken von Richard Strauss und Paul Hindemith.

Der Wettbewerb der Kunstförderungsstiftung Christian Zeller richtet sich unter dem Motto „Die Sterne von morgen fördern wir heute“ an Studierende der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Auftrittserfahrung und Professionalität sind grundlegende Voraussetzungen für die Zulassung.

In der Jury saßen Ursula Magnes (radio klassik Stephansdom), Eva Teimel (Ö1) Helmut Zehetner (Wiener Philharmoniker), der Pianist Heinz Medjimorec sowie Angelika Möser, Direktorin des Arnold Schönberg Center.

CD-Produktion in Aussicht

Johanna Bilgeri studiert seit 2019 an der Universität für Musik und darstellende Kunst das Konzertfach Fagott bei Richard Galler. Schon im Vorjahr gewann sie den Nachwuchspreis der Wiener Symphoniker. Der erste Preis sieht eine CD-Aufnahme vor. „Das ist ein Meilenstein“, kommentiert die junge Musikerin diese Möglichkeit. Die Werkauswahl für dieses Projekt wird sie in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen, denn „der Live-Auftritt ist das eine, aber so eine CD ist ja fast für die Ewigkeit“.

„Der Live-Auftritt beim Bewerb ist das eine, aber so eine CD ist ja fast für die Ewigkeit.“