„Der kreative Output ist sehr groß“

Kultur / 12.12.2022 • 21:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trainerin für Selbst- und Nächstenliebe sowie Wertschätzung. Michelon
Trainerin für Selbst- und Nächstenliebe sowie Wertschätzung. Michelon

Dornbirn Heidi Michelon sprudelt vor Kreativität. Mit dem ersten Lockdown kam der Stein ins Rollen. Damals bestand ihr Alltag aus Homeschooling mit ihren zwei Kindern und ausgedehnten Wanderungen. „Ich hatte mein Handy stets dabei und hielt meine Ideen mithilfe einer Diktierapp fest. Zu Hause angekommen, komponierte ich am Klavier die Musik oder suchte nach passenden Tracks im Internet.“ Seit 2020 entstanden 15 professionelle Musikvideos, drei Alben, weitere 100 Songs, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Wünsche, Sorgen und Gedanken

Inhaltlich beschäftigt sich die Sängerin mit eigenen Erfahrungen, Erlebnissen und dem Austausch mit anderen Menschen. „Wach und aufmerksam durch die Tage zu gehen, ist unabdinglich, wenn ich das Leben in all seinen Facetten spüren will, um es dann in Poesie umzuwandeln.“ Durch ihre Tätigkeit an einer Mittelschule in Hard kommt sie sehr eng in Kontakt mit den Wünschen, Sorgen und Gedanken von Jugendlichen. Als Trainerin beschäftigt sie sich mit Themen wie Einsamkeit, Wahrheitssuche oder auch fehlender Selbstliebe. „Es kommt zu einem Verschwimmen zwischen der Hilfestellung für andere Menschen und meiner Kunst. Es berührt mich sehr, wenn jemand, der nie weinen konnte, durch eines meiner Lieder zu Tränen gerührt wird“, betont die Künstlerin und fügt hinzu: „Auf meinen Wanderungen gelingt es mir an meine Quelle anzudocken und meine Gedankenwelt in konkrete Songs zu verwandeln.“

Im Sommer schrieb Michelon den Song „PACEM“, den sie am 18. Dezember gemeinsam mit einem zwölfköpfigen Chor bei ihrem Friedenskonzert präsentieren wird. Inhaltlich geht das Lied zurück auf den Kriegsbeginn in der Ukraine. „Ich stellte mir die Frage, was Friede bedeutet und wie ich selbst von Frieden sprechen kann, wenn ich es als einzelner Mensch nicht schaffe, mich mit allem, was mich negativ beschäftigt, Frieden zu schließen. Ich fange bei mir selbst an und befasse mich mit Gefühlen wie Wut, Neid oder Eifersucht.“ Ein anderes Thema greift sie mit „Tornado“ auf. „Die Terminkalender der Menschen sind wieder voll, und sie kommen ihren Aufgaben kaum noch nach. Unabhängig davon, wie stürmisch sich die Welt um uns gebart, der Wesenskern eines Menschen bleibt immer ruhig. Wie im Innern eines Tornados.“ Ab Jänner steht sie im Studio: „Jedes Mal, wenn ich einen neuen Track komponiere, fühle ich mich unsterblich. Weil Musik die Sprache der Seele ist, und die existiert ewig.“ mir

Am 18. Dezember 2022 findet um 16.30 Uhr ein Friedenskonzert in der Heilandskirche, Rosenstraße 8b in Dornbirn statt.

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