Zukunft der Landestheater-Intendanz ungewiss

Wegen der Sanierung des Hauses weicht das Landestheater 2026/27 auf andere Spielorte aus.
Bregenz Nach der Freistellung von Stephanie Gräve ist weiterhin offen, wie die Intendanz am Vorarlberger Landestheater geregelt wird. Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen KuGes-Geschäftsführerin Monika Wagner eingestellt. Bis diese Einstellung rechtskräftig ist, bleibt auch Gräves Dienstfreistellung aufrecht. „Danach wird sich der Aufsichtsrat mit den weiteren Schritten befassen. Wir können heute also noch keine Entscheidungen präsentieren, etwa darüber, wie eine interimistische Intendanz aussehen könnte oder wie es in der nächsten Spielzeit weitergehen wird. Was ich an dieser Stelle aber klar sagen kann: Ich persönlich werde diese Aufgabe nicht übernehmen“, so Wagner. Allerdings waren zwei Premieren der kommenden Saison ursprünglich unter Gräves Regie vorgesehen: „Das Glück im Inneren der Lawine“ im Oktober sowie „Die Wahrheit ist, dass mir auf dieser Welt nicht mehr zu helfen war – Kleist und der Tod“ im Februar 2027. Beide Konzepte seien eng an Gräve gebunden. Deshalb müsse das Theater „die genaue Gestaltung des Programms neu ausarbeiten“. Das legt nahe, dass das Landestheater derzeit nicht davon ausgeht, dass Gräve zu diesem Zeitpunkt wieder aktiv als Intendantin tätig sein wird.
Unabhängig von diesen Personalfragen wurde bei der Pressekonferenz auch der Spielplan für die kommende Saison präsentiert. Und dieser steht unter besonderen Vorzeichen: Das Vorarlberger Landestheater geht in der Saison 2026/27 auf Reisen. Weil das Haus am Kornmarktplatz saniert wird und Bühne, Foyers sowie Büros für eine Spielzeit nicht zur Verfügung stehen, hat das VLT ein Programm unter dem Motto „Andernorts“ vorgestellt. Eröffnet wird am 2. Oktober auf der Werkstattbühne der Bregenzer Festspiele mit Tom Stoppards „Leopoldstadt“, inszeniert von Johannes Lepper. Das Ensemblestück erzählt über mehrere Generationen hinweg die Geschichte einer jüdischen Familie und verbindet private Schicksale mit der Katastrophengeschichte des 20. Jahrhunderts. Zwei Tage später bleibt das VLT in Bregenz: Tamara Stern zeigt am 4. Oktober den Liederabend „Heute Abend: Lola Blau“. Danach führt der Weg nach Feldkirch, wo am 16. Oktober im Theater am Saumarkt Daniela Eggers Uraufführung „Das Glück im Inneren der Lawine“ Premiere hat.
Sanierung
Ein Schwerpunkt liegt im Theater KOSMOS. Dort steht ab 2. Dezember „Das Vamperl“ nach Renate Welsh auf dem Programm, am 30. Dezember folgt der Liederabend „Covered Up and Out of Place“, ab 16. Jänner 2027 zeigt Agnes Kitzler „Gefährliche Liebschaften“. Den Abschluss der Premieren bildet am 11. Juni 2027 in der Remise Bludenz „Sturmhöhe“.
Parallel schreitet die Sanierung voran. Zwei Drittel der mit 11,275 Millionen Euro veranschlagten Baukosten sind vergeben, laut Land liegt das Projekt im Plan. Der Baustart ist nach den Bregenzer Festspielen Ende August vorgesehen, die Fertigstellung bis Oktober 2027. Geplant sind 24 moderne Maschinenzüge statt der Handkonterzüge, ein neuer Bühnenboden, eine erneuerte Audio- und Inspizientenanlage sowie die Öffnung zum Karl-Tizian-Platz. Fassade und Saalbestuhlung werden saniert.