Ermittlungen im Landestheater: Stephanie Gräve gibt noch nicht auf

Einstellung der Ermittlungen noch nicht rechtskräftig. Zukunft an der Spitze des Theaters soll bald fixiert werden.
Text: Michael Prock & Andreas Marte
Bregenz Wie geht es nach dem Aus von Stephanie Gräve und den damit verbundenen Diskussionen am Vorarlberger Landestheater weiter? Bisher antwortete Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink mit Verweis auf die laufenden Vermittlungen ausweichend. Man möchte zunächst das Ergebnis abwarten. Im VN-Interview auf Vorarlberg Live erklärt sie nun, dass es bald Neuigkeiten geben werde. Und das, obwohl sich auch bei den Ermittlungen noch einmal etwas tun könnte, bestätigt Gräve den VN.
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Ausgangspunkt der Diskussion um die Personalie Gräve war die Bekanntgabe im März, dass ihr Intendantinnenvertrag am Landestheater nach 2028 nicht mehr verlängert wird. Sie hätte gerne noch zwei Jahre weitergemacht, allerdings gestand die Betreibergesellschaft Kuges ihr das nicht zu. Das schon bis dato schwierige Verhältnis zwischen Arbeitgeberin und Intendantin war damit um ein schwieriges Kapitel reicher. Endgültig zerrüttet wurde es, als Gräve zwei Monate später ihre Chefin, Kuges-Geschäftsführerin Monika Wagner, wegen Urkundenfälschung anzeigte. Gräve wurde daraufhin freigestellt, die Staatsanwaltschaft prüfte einen Anfangsverdacht. Für die Frage, wie es mit Gräve weitergehen soll und wer die Intendanz übernimmt, wolle man das Ende der Ermittlungen abwarten, hieß es damals aus der Landesregierung. Anfang Juni stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein.

Nun soll auch bald Gewissheit herrschen, wie es am Landestheater weitergeht, bekräftigt Schöbi-Fink auf Vorarlberg Live: “Wir wollen, dass das Team mit 66 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut in die nächste Spielzeit starten kann. Deshalb braucht es Sicherheit und Planbarkeit. Wir möchten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch vor Ende dieser Spielzeit diese Klarheit geben. Und die Spielzeit endet in zwei Wochen.” Man wolle also zeitnah kommunizieren.
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Die Ermittlungen sind allerdings noch nicht ganz beendet. Denn Stephanie Gräve hat von der Staatsanwaltschaft eine schriftliche Begründung für die Einstellung der Ermittlungen verlangt. “Mich interessiert, auf welcher Argumentation diese Entscheidung beruht. Sobald mir die Unterlagen vorliegen, werde ich sie meinem Anwalt vorlegen. Sollte er zu dem Schluss kommen, dass weitere Schritte keine Aussicht auf Erfolg haben, werde ich die Angelegenheit auf sich beruhen lassen”, sagt Gräve im VN-Gespräch. Sie könnte allerdings auch den Senat am Landesgericht damit befassen. Seit zehn Tagen warte sie auf die Begründung, ärgert sie sich. “Die Übermittlung der Begründung für die Einstellung dauert offenbar länger als die Prüfung der Angelegenheit selbst.” Auch sonst sieht sie die Abläufe kritisch.
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Nach Informationen von Schöbi-Fink sei Wagner erst am 18. Mai über die Anzeige informiert worden, obwohl diese von Gräve am 11. Mai eingebracht worden sei. Auffällig sei, dass die Polizei ihr am 11. Mai gesagt habe, Wagner werde an diesem Tag noch kontaktiert. Sollte es zutreffen, dass Wagner tatsächlich erst am 18. Mai informiert wurde, stelle sich für sie die Frage nach den Abläufen.
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Sie wundert sich zudem, weshalb sie von der Staatsanwaltschaft nie einvernommen wurde. Denn die Einvernahme bei der Polizei sei schwierig gewesen. “Die Beamten waren sehr jung, im Nachbarraum wurde gleichzeitig jemand verhört, es wurde laut gegen die Wand gehämmert. Ich fühlte mich unwohl und wollte die Situation möglichst rasch hinter mich bringen.”
Es könnte also noch einige Wochen dauern, bis bei den Ermittlungen Rechtskraft und damit Klarheit herrscht – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen hingegen schon bald wissen, wie es weitergeht.