Unfähig ist die Politik

Leserbriefe / 29.12.2019 • 17:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Bericht „Derzeit sind wir dazu nicht fähig“ und Interview mit dem Militärkommandanten Ernst Konzett, VN vom 28. 12. 2019:

Als Reserveoffizier sträuben sich mir die Haare, wenn ich die Analyse des Vorarlberger Militärkommandanten Konzett lese. Führen wir uns einmal vor Augen, dass er uns mit Sicherheit nicht alles – und auch das nur vorsichtig – geschildert hat. Unsere Regierungen in Wien dagegen wissen seit Jahren wesentlich mehr Details der Misere. Trotzdem ändern sie im Grundsatz verschwindend wenig – zu wenig: Material gibt es nicht ausreichend, oder es ist hoffnungslos veraltet und den Soldaten fehlt für ihre Verwendung das erforderliche intensive Training. Wenn selbst unsere Militärkommandanten mit dem Frust zu kämpfen haben, wie muss es dann erst den Wehrdienstleistenden gehen und dem Unteroffizierskorps, das den militärischen Alltag auf unterster Ebene zu organisieren hat? Was für ein Trauerspiel, was für ein Quell von Unzufriedenheit und was für ein Anlass für Politikverdrossenheit! Wie soll man als Soldat oder als Bürger allgemein mit einer politischen Führung zufrieden sein, die in umfassender Kenntnis der Sachlage das Notwendige vernachlässigt? Alles, was wir aus Wien hören, schreit nach Reformen. Nur sind die, denen wir per Wahlen die Macht geben, etwas zu ändern, anscheinend taub. In Wien diskutiert man lieber über Korruption beim Beschaffungswesen und schiebt den Schwarzen Peter hin und her!

Jürgen Gerdes, Mellau