Paketanarchie

Leserbriefe / 05.04.2021 • 18:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Gelegentlich kaufe ich etwas im Internet, meist aus Bequemlichkeit, oder weil es keinen Laden mehr gibt, der das gewünschte Produkt führt. So bestellte ich im absolvierten Coronajahr acht Mal im Internet. Als die Lieferungen eintrudelten, klingelte es zweimal, ich quittierte den Empfang und erhielt die Päckchen. Die Post war mein Vertragspartner, was bemerkenswert ist, da selbige oft nicht den besten Ruf genießt. Von den restlichen sechs Lieferungen verschwanden zwei spurlos, darunter teure Elektronikgeräte. Die wurden im Stiegenhaus nachweislich abgestellt und kein Mensch – weder ich noch Nachbarn – quittierten den Empfang. Geläutet wurde nie. Sie bekamen wenig überraschend flinke Beine und sind bis zum heutigen Tag verschollen. Die restlichen vier Pakete konnte ich durch ein stark sensibilisiertes Misstrauen retten, indem ich diversen privaten Lieferdiensten regelrecht auflauerte – ein Zeitvertreib, den kein Mensch braucht! Natürlich könnte ich klagen und bekäme in anderthalb Jahren recht. Besser wäre aber eine ernsthafte und seriöse Auffassung einer Dienstleistung, die simpelste Selbstverständlichkeiten umsetzt.

Lothar Herburger, Lochau