Vertrauen
Die Mandatsträger der ÖVP haben also BK Kurz unisono das Vertrauen ausgesprochen. „Uns gibt’s nur mit ihm“, in bester Nibelungentreue! „Ich vertraue darauf, dass der Bundeskanzler die Wahrheit gesagt hat“, ließ LH Wallner vernehmen. Jemandem sein Vertrauen zu schenken, ist grundsätzlich sehr lobenswert. Wenn im Umkehrschluss zum Vertrauensvorschuss in BK Kurz nicht das Misstrauen gegenüber der Justiz, den Staatsanwälten, die aufgrund ihrer Ermittlungen Hausdurchsuchungen beantragten, und dem Richter, der diese nach Prüfung bewilligte, zwingend enthalten wäre. Beiden Vertrauen zu schenken ist in dieser causa nicht möglich. Man muss sich schon entscheiden: Vertraue ich den unzähligen Indizien, die von den Ermittlern als unwiderlegbare chats, Agendaeintragungen, Protokollmitschnitte, etc. als Beleg für gesetzwidriges Verhalten vorgelegt wurden; konkret mittels Scheinrechungen gezielt illegale Verwendung von Steuergeldern in Millionenhöhe zum Zweck des Kaufes von Umfragen mit den gewünschten Zahlen und der Meinungsmanipulation mittels käuflicher Medien? Dann ist es geradezu unmöglich, BK Kurz zu vertrauen, der das alles abstreitet, nichts damit zu tun haben will, sich als unschuldiges, verfolgtes Opfer einer ihm missliebigen Justiz sieht und, wenn denn schon jemand schuldig sein muss, alle Schuld auf andere lenkt. Was haben Kurz und jene, die es zugelassen haben, aus der ÖVP nur gemacht?
Anton Hegl, Lauterach