Trotz Corona bitte nicht vergessen!

Leserbriefe / 07.01.2022 • 18:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Trotz Corona bitte nicht vergessen!

Ja, das Virus hält uns alle ganz schön auf Trab – aus welchen Gründen auch immer. Vieles, was einfach gewohnt war, tritt in den Hintergrund, mit allen möglichen Folgen im gesellschaftlichen und privaten Leben. Mir geht es ja nicht anders als vielen Zeitgenossen. Da sitzen wir alle im selben Boot, und da hat keiner dem anderen etwas voraus – mit wenigen Ausnahmen. Und doch, so scheint es mir, ist es wichtig, verschiedene Dinge weiterhin im Blick zu haben, nicht an den Rand zu schieben oder gar zu vergessen. Auf ein solches „Ding“ möchte ich heute aufmerksam machen!

Im Monat März

finden bei uns Wahlen zum Pfarrgemeinderat statt, und zwar in alle Gemeinden des Landes. Ich weiß aus Erfahrung, dass hier auch getaufte und gefirmte Christen unterwegs sind, denen das völlig egal ist (aus welchen Gründen auch immer) und die damit überhaupt nichts „am Hut“ haben. Das ist kein Vorwurf, sondern (manchmal) verständliche Realität. Andrerseits gibt es wiederum durchaus auch in unseren Gemeinden Menschen guten Willens, die bereit sind, für ihre „Kirche am Ort“ (das ist Pfarrgemeinde) Sorge zu tragen. Herzlichen Dank dafür!

Eine Pfarrgemeinde

also, eine „Kirche am Ort“, besteht ja nicht nur aus einem geistlichen Gefäß, einem Pfarrer (falls es am Ort überhaupt noch einen gibt) und ein paar gutwilligen (alten) Frommen, sondern zunächst aus allen getauften und gefirmten Christen. Diese haben die Aufgabe und auch die Pflicht, für ihre Kirche am Ort Sorge zu tragen. Dieses Sorge-Tragen äußert sich in vielen Dingen, vor allem im permanenten Mittun innerhalb einer Pfarrgemeinde. Permanent, ständig, das deshalb, weil es die gelebte Regelmäßigkeit braucht. Denn was nicht regelmäßig geschieht, geschieht in der Regel mäßig! Das ist eine Erfahrung in allen Lebensbereichen.

Es ist nicht leicht

sich heute in der Öffentlichkeit als aktives Mitglied einer Pfarrgemeinde zu präsentieren. Zugegeben, viele Skandale, von denen auch „die Kirche“ betroffen war/ist, haben das Bild der Botschaft Jesu im Bewusstsein vieler verdunkelt. Da ist es kein Wunder, dass manche mit dem „Verein Kirche“ nichts mehr anfangen können und weggehen, obwohl sie selbst durch Taufe und Firmung dazugehören. Denn Taufe und Firmung kann ich ja nicht für mich und für mein Leben „ungeschehen“ machen! Mehr denn je ist es wichtig, gerade der Kirche am Ort ein lebendiges Bild zu geben! Wodurch? Ganz einfach (und doch nicht ganz leicht): Zunächst einmal durch dein ganz persönliches „JA“ dazu! Grundsätzliche Nein-Sager haben selten Lebendigkeit gebracht, weder für ihr eigenes Leben, noch für das Leben einer solidarischen Gemeinschaft.

Überall

Werden derzeit in unseren Pfarrgemeinden Kandidatinnen und Kandidaten gesucht, die sich bereit erklären, sich aktiv ins Leben der Pfarrgemeinden einzubringen und sich auf die Wahllisten setzen lassen. Bitte meldet euch bei euerm Pfarramt dafür an. Das ist die eine Seite. Die andere Seite: Es braucht dann auch den guten Willen aller, im März auch zur Wahl der Pfarrgemeinderäte zu gehen (falls Corona uns nicht einen totalen Strich durch die Rechnung macht). Also auch darum bitte ich euch alle recht herzlich: Nehmt an der Wahl teil!

Denn Kirche am Ort

ist kein Dienstleistungsgewerbe, das bei Bedarf (Taufe, Hochzeit, Beerdigung der frommen Erbtante) in Anspruch genommen werden soll, sondern vielmehr getragen wird von Menschen guten Willens, die bereit sind, der lebensbejahenden Botschaft Jesu Hand und Fuß, ein Gesicht und das nötige Herz zu geben! Dank dafür!

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