Christianophobie

Leserbriefe / 02.02.2022 • 17:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Alle Welt kann sich mittlerweile unter Islamophobie etwas vorstellen. Aber wer hat schon etwas von Christianophobie gehört? Und gibt es so etwas vielleicht sogar in unserem toleranten Europa? Die österreichische Nichtregierungsorganisation OIDAC (Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa) sagt dazu: „Im heutigen Europa ist es nicht nur unmodern, den christlichen Glauben überzeugt zu leben, sondern es kann auch zu schwerwiegenden Eingriffen in die persönliche Freiheit in wichtigen Lebensbereichen, wie etwa am Arbeitsplatz oder in der Ausbildung, führen.“ In den letzten Jahren haben laut OIDAC auch in Europa Vandalismus an Kirchen und Hassverbrechen gegen Einzelpersonen bedeutend zugenommen. Es kam auch zu einer schrittweisen Einschränkung von Grundrechten wie Meinungs-, Religions- und Gewissensfreiheit. Laut dem Bericht der OIDAC sind vor allem Christen und Christinnen in Frankreich, Deutschland, Spanien, Schweden und Großbritannien davon betroffen. Dazu fordert Frau Regina Polak, die Wiener OSZE- Sonderbeauftragte für die Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung mit Schwerpunkt Intoleranz und Diskriminierung von Christen und Angehörigen anderer Religionen, dass diese Vorfälle künftig besser erfasst werden. Das Phänomen der Christianophobie sollte in Zukunft nicht mehr wie bisher unter den Tisch gekehrt werden, denn es betrifft grundlegende Menschenrechte der betroffenen Personen.

Dr. Wolfgang Hämmerle, Lustenau