Woran eine

Leserbriefe / 14.02.2022 • 19:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Personaloffensive scheitert

Die Pflegereform galt ursprünglich als eines der wichtigsten Projekte von Türkis-Grün. Dann kam Corona – und verschärfte die Probleme. In der Pflege war es schon vor Corona fünf vor zwölf. Wie spät ist es jetzt? Der Personalmangel ist das Akutproblem, aber nicht das einzige Problem. Die 2019 gemachte Personalstudie des Sozialministeriums ergab: Bis 2030 fehlen 75.000 Pflegekräfte, und der Bedarf an Absolventinnen und Absolventen in Österreich kann ab 2024 nicht mehr gedeckt werden. Das ist aber bereits der Fall. Wir haben jetzt schon in Pflegeeinrichtungen Betten leer stehen. Es fehlt jetzt schon das Personal, und Corona hat das verschärft, weil es zu mehr Ausfällen wegen Erkrankungen oder Quarantänen kam. Da wurden Überstunden aufgebaut ohne Ende. Die Leute sind am Anschlag. Sie identifizieren sich total stark mit ihrem Beruf, aber sie sagen: Die Rahmenbedingungen passen nicht. Man muss sie verbessern, damit die Pflegekräfte bleiben. Und da ist der Personalschlüssel ganz wichtig. Er hat sich seit 25 Jahren nicht geändert, während die Anforderungen immer höher wurden. Mehr Zuwendung wäre notwendig, aber es gibt zu wenig Zeit dafür. Eine Besserung kann nur durch gemeinsame Bemühungen von Bund, Land, Gemeinden und Gesellschaft erzielt werden. Die Pandemie wird enden – doch der Personalmangel wird sich weiter verstärken.

Peter Vaschauner, Feldkirch