Die Auslastung von Österreichs Ärzten

Leserbriefe / 23.11.2022 • 16:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein Bericht vom Rechnungshof zur ärztlichen Versorgung im niedergelassenen Bereich blieb ohne allzu großes Echo! Leider auch bei uns im Ländle, insbesondere was die Sicherstellung der Primärversorgung betrifft. Was schade ist. Denn der Bericht zeichnet ein ziemlich drastisches Bild der Lage, etwa in der Allgemeinmedizin: Im untersuchten Zeitraum (2009 bis 2020) blieb die Zahl der Vertragsärztinnen und -ärzte ziemlich gleich – die Bevölkerung wuchs hingegen in diesen zehn Jahren um sechs Prozent. Die Auslastung der Allgemeinmediziner stieg in diesen zehn Jahren um elf Prozent, so der Rechnungshof. Noch klarer ist die Lage in der Fachärzteschaft: „Hier stieg die Inanspruchnahme überproportional zum Bevölkerungswachstum um 25 Prozent, die Auslastung je besetzte Planstelle stieg um 21 Prozent.“ 33,3 Milliarden Euro gaben Bund, Länder und Sozialversicherungen 2020 fürs Gesundheitswesen aus. Davon flossen 14,9 Milliarden Euro an die Spitäler; und keine 3,9 Milliarden Euro an die niedergelassenen Mediziner, von der Hausärztin über den Internisten bis zur Zahnärztin. Sie sind das Rückgrat des Systems: 44,7 Prozent für Spitalsaufenthalte, 11,7 Prozent für die Betreuung der Versichertengemeinschaft durch die niedergelassene Ärzteschaft: Nichts illustriert unser Gesundheitswesen besser! Wir haben durch die starke Spitalsorientierung eines der teuersten Systeme der Welt. Aber ist es auch effektiver?

Peter Vaschauner, Feldkirch

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.