Götterdämmerung
Sie findet schrittweise, nun aber deutlich, in Vorarlberg statt. Der für viele sonst so außer Streit stehende, über alle erhabene Markus Wallner ist mehr als ins Wanken geraten. Man nimmt ihm Steuerungsfähigkeit, eine richtige Beurteilung der Fragen und Nöte der Bevölkerung, korrekten Umgang und Verwaltung mit dem Geld aller Vorarlberger*innen nicht mehr so ganz ab. Eigeninteressen werden ihm unterstellt: Andere Interessen für Lobbys, sehr Reiche, Habende, Besitzende, Banken, Energiegesellschaften und der ÖVP nahestehende Interessensvertretungen, deutlich weniger bis gar keine für jene, die das Land eigentlich im Großen tragen, zumindest mittragen: Auf die Dauer kann das nicht gut gehen. Das war bei der Landes-Hypobank 2016 so, zeigt sich bei den milliardenteuren Fehlplanungen der Tunnelspinne in Feldkirch und der S-18-Riedtrasse durch Lustenau, bei den Schlagzeilen werfenden Skandalen des ÖVP-Wirtschaftsbunds, bei den Fehlentwicklungen in der Kontrolle der Landes-Spitalsgesellschaft und nun erneut bei der Hypo Vorarlberg: Über 130 Millionen Euro wurden offensichtlich nahezu ungesichert für einen Herrn Benko als Kredit bereitgestellt, Summen, von denen Bauwillige im Land nur träumen könnten, gerade erst jetzt, unter den sündteuren Rahmenbedingungen dieses Metiers. Der Aufsichtsrat wurde laut Hypo-Vorstand laufend über diese Vergabe-Praxis informiert, Markus Wallner soll längst davon gewusst haben. Längst bräuchte es eine neue, verantwortliche Mitte in Vorarlberg.
Andreas Postner, Rankweil