41-Stunden-Woche
Die Industriellenvereinigung will die Menschen zu 41 Stunden pro Woche bei gleichbleibendem Lohn verpflichten. Ein schlechter Scherz? Die Teuerung spüren alle. Es bleibt weniger Geld in der Geldtasche. Nun also eine weitere Stundenlohnkürzung? Viele Menschen können gar nicht mehr arbeiten: pflegende Angehörige, Eltern und Kranke. Teilzeitkräfte arbeiten nicht aus Faulheit in Teilzeit, sondern weil sie neben der Arbeit Verpflichtungen haben. Es gibt keine Wahlfreiheit für sie. Pflegeplätze und leistbare (Vollzeit-)Kinderbetreuung sucht man in Vorarlberg vergeblich. Vollzeit (plus Überstunden) kann nur arbeiten, wem der Rücken von der Familienarbeit freigehalten wird. Mütter sorgen täglich dafür, dass Männer Vollzeit (plus Überstunden) arbeiten können und verzichten gleichzeitig auf ein höheres eigenes Einkommen. Die vorhandene Kinder- und Schülerbetreuung ermöglicht außerhalb der Städte nur eine Teilzeitbeschäftigung. Die günstige Vormittagskinderbetreuung gibt meist den Zeitrahmen vor, in dem eine Mutter „Geld verdienen“ kann.
Liebe Industriellenvereinigung – brauchen Sie in 15 Jahren keine Fachkräfte mehr, oder warum machen Sie solch familien- und kinderunfreundliche Vorschläge? Auch Väter haben Zeit mit ihren Kindern verdient und Mütter finanzielle Sicherheit! 75% für beide Elternteile wäre wünschenswert (statt bisher 100 % für ihn und 50 % für sie). Arbeitskräfte haben auch ein Leben mit Pflichten und Bedürfnisse neben der Arbeit.
Angela Schmid, Feldkirch