Leserbrief: Häuserabbruchsdrohungen im Bregenzerwald

Ja, muss denn das sein? Nein, braucht es nicht die von Regio-Vertretern und Bürgermeistern des Bregenzerwaldes geführten Debatten und Drohungen über Abbruch zahlreicher leerstehender Häuser. Dies soll gesetzlich vorgesehen sein, sagt man (VN 06.03.26). Ist es aber nicht, weil, obwohl die Gebäude den heutigen Wohnbedürfnissen nicht mehr entsprechen, sind diese Häuser meist noch lange nicht abbruchreif. Also handelt es sich in fast allen Fällen um leere Drohungen. Wir brauchen aber hier keine Diktatoren. Menschlichkeit und Hausverstand sind gefragt. Da hat der Bürgermeister Kleber aus Andelsbuch wohl recht, wenn er sagt, dass man so nicht mit den Leuten umgehen sollte. Alle Achtung, dass er die Courage hat, dies öffentlich zu sagen (VN 10.03.26). Warum will man solche leerstehenden Häuser nicht abreißen? Weil es meist die Wohnungen der Eltern und Großeltern waren und Erinnerungen sowie Emotionen vorhanden sind. Vor allem aber, um Nachkommen die Möglichkeit zu geben, ohne teuren Baugrund kaufen zu müssen, das Objekt zu sanieren und somit in der Heimatgemeinde sesshaft zu bleiben. Aus diesen Gründen ist es auch absolut nicht nachvollziehbar, eine Leerstandsabgabe leisten zu müssen. Um diese Objekte vor einem Zerfall zu bewahren, erwachsen dem Besitzer Kosten, ohne dass er selbst einen Vorteil davon hätte.
Max Dietrich, Mellau