Leserbrief: Telefonieren – Kommunizieren – Persönlich

Warum wollen die Menschen nicht mehr telefonieren? Anstattdessen schreiben sie auf WhatsApp, Signal, Telegram oder via Audiomessages. Ich erlebe immer wieder, und das vor allem von der Gen Z, dass „Diskussionen“ via WhatsApp geführt werden wollen. Wohlgemerkt: Nahezu eingefordert wird das. Ansonsten droht einfach keine Kommunikation. Klingt nach Erpressung, ist es im Grunde auch: Entweder man macht mit oder man wird abgehängt (kommunikationstechnisch). Und das oft im engsten Kreis. Eigenartig: Was ist da passiert oder wohin entwickelt sich das? Diese Frage müssen wir uns alle wertfrei stellen. Denn eines ist klar: Ohne die „Skills“, persönliche Gespräche führen zu können, persönlich kommunizieren zu können, auch (noch) telefonieren zu können und wollen, wird es schwierig werden für diese Menschen. Denn: Egal, ob im Beruf, im Alltag, in der Firma, in Beziehungen: Überall dort muss es persönliche Gespräche geben, muss man sich persönlich stellen, muss man in der Lage sein, Konflikte persönlich auszutragen. Oft ist da sogar das Telefongespräch zu „unpersönlich“. Gestik, Mimik, Körpersprache, das alles ist Teil eines persönlichen Gesprächs. Unersetzbar! Unsere Gesellschaft läuft Gefahr, in eine Art „Vereinsamungs-Bubble“ zu fallen. Man kommuniziert zwar, aber doch irgendwie nicht. Man hat viele Kontakte, schreibt- /voiced sich und ist am Ende trotzdem einsam.
Christian Salzmann, Dornbirn