Leserbriefe: Fünf gelbe Punkte

Der neu gestaltete Dorfplatz in Hittisau bringt mehr Bäume, einen Kiesplatz und eine Begegnungszone. Tempo 30 wäre dort vorgeschrieben. Wer eine Weile auf einer Bank sitzt und zuschaut, merkt schnell, dass sich längst nicht alle daran halten. Bisher wurde auch noch keine Kontrolle der vorgegebenen Geschwindigkeit beobachtet. Noch fragwürdiger ist der verschwundene Zebrastreifen. Täglich queren hier viele Schülerinnen und Schüler die Straße. Nun wissen offenbar weder Kinder genau, wo sie queren sollen, noch Autofahrer, ob sie anhalten müssen. Abhilfe sollen Schülerlotsen schaffen. Erstaunlich: Solange es einen Zebrastreifen gab, brauchte es diese nicht. Für zusätzliche Verwirrung sorgen mehrere gelbe Kreise quer über die Straße. Eine ältere Dame hielt diese für den neuen Zebrastreifen – der Autofahrer, der nicht anhielt, offensichtlich nicht. Andere berichten von bis zu acht Autos hintereinander, die nicht anhielten, als sie die Straße innerhalb der Begegnungszone queren wollten. Eine Begegnungszone sollte für mehr Sicherheit und ein gutes Miteinander sorgen. Wenn aber Fußgänger und Autofahrer die Verkehrsführung unterschiedlich verstehen, darf man sich fragen: Ist das wirklich eine Verbesserung? Auf alle Fälle wurde es für die Fußgänger gefährlicher und warum man eine sehr befahrene Durchgangsstraße neuerdings als Begegnungszone bezeichnet, ist einem Laien schwer zu vermitteln. Manchmal ist eine klare weiße Linie eben verständlicher als fünf gelbe Punkte.
Dr. Johann Steurer, Hittisau