Montafon: Einigung im Streit um Skilift-Pool

Der Steit um Kartenabrechnungen ist nun beigelegt. Skipool Montafon wird zur GmbH.
Schruns. Im Frühjahr glaubten selbst Insider, dass im Montafon vom Skipool nicht mehr als ein Scherbenhaufen übrigbleibt. Zu tief waren die Gräben zwischen den Skiliftbetreibern Silvretta Montafon und Illwerke Tourismus sowie den beiden kleineren Liftgesellschaften Bergbahnen Gargellen und Kristbergbahnen. Es hagelte gegenseitige Vorwürfe, was die korrekte Abrechnung betrifft. Auch Staatsanwälte und Rechtsanwälte wurden bemüht. Und schließlich kam auch noch der Fall eines Mitarbeiters aufs Tapet, der tatsächlich falsche Abrechnungen erstellt hatte. Die Silvretta Montafon reagierte rasch und überwies die Schadenssumme von 150.000 Euro an den Pool.
Es schien so, als ob die gemeinsame Montafoner Skicard Geschichte wäre – zum Schaden der Gäste und damit der Destination Montafon. Bis vor wenigen Wochen bewegte sich nichts im Streit. Die Geschäftsführer der beiden großen Liftgesellschaften, Werner Netzer für den Illwerke Tourismus und Silvretta-Montafon-Vorstand Georg Hoblik, hatten sich – das ist im Montafon kein Geheimnis – nichts mehr zu sagen.
Zuletzt wurde deshalb Landeshauptmann Markus Wallner um Vermittlung gebeten. Und das hat offenbar gefruchtet: Illwerke-VKW-Vorstand Christoph Germann setzte sich in den vergangenen Wochen mit dem Aufsichstratsvorsitzenden der Silvretta Montafon, BTV-Chef Peter Gaugg, mehrmals an den Verhandlungstisch. Herausgekommen ist eine „weitgehende Annäherung“ (Germann), die nächste Woche paktiert werden soll. Gaugg beschreibt die Gespräche als äußerst konstruktiv, er spricht von einer „langfristigen, sehr guten Lösung“. Gestern wurden auf Geschäftsführer-Ebene auch die „kleinen“ Partner informiert. Germann rechnet mit einer Zustimmung zum neuen Konstrukt. „Da werden jetzt die Gesellschafter informiert“, vermutet er.
Neue Gesellschaft
Ursachen des Konflikts waren die Verrechnung der Karten durch den Montafon Tourismus und die Überweisung von 600.000 Euro an die Bergbahnen Gargellen – laut SiMo-Geschäftsführer Hoblik ohne Beschluss und ohne Information der Pool-Mitglieder, wie er im Frühjahr sagte.
Nun soll alles anders werden: Der Montafon Tourimus als Administrator des Pools ist raus, eine neue GmbH soll sich um die Aufteilung „von immerhin rund 30 Millionen Euro“ kümmern. Mit externer und damit neutraler Kontrolle, so Gaugg gegenüber den VN. Das Grundgerüst steht, nun geht es noch um Details, betonen Liftbetreiber.
Und auch Landeshauptmann Wallner spricht von einer tragfähigen Lösung, „in der sich die großen und kleinen Gesellschafter auf Augenhöhe treffen“. Größter Anteilseigner des neuen Pools wird die Silvretta Montafon mit 80 Prozent sein. Dass gerade noch rechtzeitig vor Beginn des Kontingent- und Saisonkartenverkaufs eine Einigung erzielt wurde, zeigt für Wallner, Gaugg und Germann, dass man zielorientiert „für die Gäste und die Talschaft“ agiert habe. Am Montag werden sie auch wissen, ob die Gargellener ihre Zustimmung zu den Plänen geben.
Wir haben konstruktive Gespräche für das Montafon geführt.
Peter Gaugg