Lehre mit Zukunft in der Kfz-Branche

Markt / 11.07.2014 • 13:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sechs Lehrlinge lernen neben der kaufmännischen Ausbildung die Berufe des Kfz-Technikers und Lagerlogistikers. Foto: VN/Hartinger
Sechs Lehrlinge lernen neben der kaufmännischen Ausbildung die Berufe des Kfz-Technikers und Lagerlogistikers. Foto: VN/Hartinger

Kompetenz, Freude am Beruf und Hausverstand als „Gelingt-immer-Rezept“.

Christine Mennel

Sie bilden schon seit zwölf Jahren Lehrlinge aus. Wie gestalten Sie die Suche attraktiv?

Brotzge: Es hat sich in den letzten Jahren wesentlich verbessert; der Lehrberuf ist für die Jugendlichen wahrscheinlich aufgrund der Ausrichtung in den Elektronik- und Computerbereich wesentlich interessanter geworden. Wir nehmen auch an diversen Aktionen wie dem „Schaffar-Tag“ der WKO teil und pflegen eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen in Verbindung mit den sehr wichtigen „Schnuppertagen“.

An welcher Stelle steht die Lehrlingsausbildung?

Brotzge: An erster Stelle – weil ausgebildete Fachkräfte absolute „Mangelware“ am Arbeitsmarkt sind. Wir beschäftigen vier Kfz-Techniker-Meister, um die Lehrlinge sehr gut auszubilden.

Wie schwierig ist diese Aufgabe?

Brotzge: Die Herausforderung wird unseres Erachtens größer. Es wird immer wichtiger, zuerst eine Basis zu schaffen (Wie lerne ich richtig, wie höre ich aufmerksam zu?, Umgangsformen, Höflichkeit, etc.). Es wird auch vom Ausbilder ähnlich, wie vom Pädagogen, eine gewisse Miterziehung gefordert.

Mit welchen Eigenschaften geht das leichter?

Brotzge: Ein Ausbilder sollte fachliche Kompetenz aufweisen, genauso wie eine positive Einstellung und Freude am Beruf. Dies gepaart mit einer Dosis Hausverstand wäre der Idealfall.

Was ist den Lehrlingen wichtig?

Brotzge: Jederzeitige Unterstützung durch den Ausbilder bei technischen, schulischen und sonstigen Fragen bis zu Lösung von persönlichen Problemen.

Welche Rahmenbedingungen brauchen Jugendliche?

Brotzge: Klare Regeln, Prozesse und definiertes Leitbild; ausgewogene, an die Qualifikation jedes Einzelnen angepasste und abwechslungsreiche Arbeit.

Und welche Eigenschaften erwarten Ausbilder von Ihren Teamverstärkern?

Brotzge: Willensstärke, Einsatz, Lernbereitschaft verbunden mit guten Noten. Sie sollten Begeisterung zeigen und sich in den Kunden hineinversetzen können. Dabei dessen Rolle übernehmen mit dem Gedanken„Was würde ich mir als Kunde erwarten bzw. wie kann diese Erwartung noch übertroffen werden?“

Warum sollten Lehrlinge sich gerade für Ihr Unternehmen begeistern?

Brotzge: Neben Zuschüssen bei guten Noten bieten wir spezielle Weiterbildungen (Skoda-Lehrlingsprogramme, Fernlehrgänge), Nachhilfe und die Teilnahme am GTI-Treffen etc. Gemeinsam arbeiten wir am Erreichen von gesetzten Zielen, eine Rotation zwischen den verschiedenen Kfz-Meistern vermittelt unterschiedliche Ansichten und Methoden.

Und außerdem sind Sie letztes Jahr zum ersten Mal „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ geworden . . .

Brotzge: Ja, und trotz entsprechender Umsatzhöhe sind wir ein familiärer Betrieb mit klaren Strukturen und definierten Vorgaben. Wir setzen einen klaren Ausbildungsplan ein, nutzen Lernprogramme während der Arbeitszeit und führen jedes Jahr Veranstaltungen mit allen Mitarbeitern durch.

Welche Karrieren freuen Sie besonders?

Brotzge: Mitarbeiter, die seit Beginn an (1995) dabei sind, als Lehrling gestartet haben und jetzt Werkstättenleiter sind. Kaufmännische Lehrlinge, die heute als Verkaufsberater erfolgreich sind, oder ein ehemaliger Kfz-Technikerlehrling, der nun als Serviceberater für die Kunden im Einsatz ist.

Zur Person

Jürgen Brotzge

Ausbildung: Werkstätten- und Serviceleiter mit ständiger Weiterbildung im Volkswagenkonzern

Laufbahn: Lehre, Geselle, Meisterprüfung, Lehrlingsausbilder seit 2002

Alter: 38

Familie: ledig

Hobbys: Reisen, Motorradfahren