Niedrige Inflation hält noch längere Zeit an

Markt / 13.11.2014 • 20:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

EZB-Beobachter senkten Inflationsprognosen für Eurozone.

Frankfurt. Der Preisauftrieb im Euroraum wird nach Einschätzung von Ökonomen auf Jahre gering bleiben und noch schwächer ausfallen als bisher angenommen. In einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) senkten die Experten ihre Prognosen. Für heuer sei im Euroraum eine Inflationsrate von 0,5 (bisher 0,7) Prozent zu erwarten, 2015 ein leichter Anstieg auf 1,0 (1,2) Prozent. Für 2016 sagen die Volkswirte eine Jahresrate von 1,4 (1,5) Prozent voraus. Die EZB sieht stabile Preise bei einer Inflation von knapp unter 2,0 Prozent gewahrt. Außerdem senkten die von der EZB befragten Experten ihre Wachstumsprognosen. Die Fachleute gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Währungsraum in diesem Jahr um 0,8 (1,0) Prozent wachsen wird. 2015 sollen es 1,2 (1,5 Prozent) sein.

Die neuen Prognosen dürften die Notenbank unter Druck setzen, ihre Geldpolitik noch weiter zu lockern. Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen sieht in den Daten „ein geradezu gefundenes Fressen für die Verfechter weiterer expansiver Maßnahmen im EZB-Rat“.

Neue Schritte im Kampf gegen die gefährlich niedrige Inflation hatte EZB-Präsident Mario Draghi bereits Anfang November dieses Jahres angedeutet. Spekuliert wird etwa über den Kauf von Unternehmensanleihen, möglich wäre aber auch ein breit angelegter Kauf von Staatsanleihen.